Mai
04
2011

Wird ja auch mal Zeit.

Eine Woche haben wir uns mit dem Reisebericht zu New York Zeit gelassen und euch damit ganz schön lang auf die Folter gespannt. Aber es fand sich wirklich keine Lücke in unserem Alltag, die groß genug gewesen wäre, einen Artikel zu verfassen, der den wahnsinnig vielen Eindrücken gerecht gewesen wäre. Jetzt habe ich aber gerade viel Zeit, da ich noch im Bett zusammen mit einer Erkältung liege. Die Gute hat sich aber auch 2 Wochen Zeit gelassen und am Wochenende war wahrscheinlich einfach zu viel los, um sich zu erholen. Weitere Ausreden zum späten Erscheinen des Berichtes sind: der Jetlag, der uns die letzte Woche ganz schön zur Hölle machte, ein Clueso-Konzert Freitag Abend in Dresden (ist auch nicht mehr das, was es mal war) und unser Familien-Kennlern-Wochenende, was ebenfalls fast 7 Jahre auf sich warten lassen hat. Also seid froh, dass sich dieser Bericht nur um eine Woche verschoben hat.

Wie kriegt man jetzt am Besten die Kurve zu einer perfekten Einleitung zu NY? New York war eine wunderbare Reise, viel gesehen und sehr viel gestaunt. Aber ich fange mal von Anfang an. Meine Abneigung gegenüber langen Flügen hat sich wieder wunderbar erhöht und auch Julius ist nicht unbeschaden davon gekommen. Ich sage nur Hurrikan. Der Kapitän hat zwar am Anfang noch gewitzelt und gemeint “jetzt gibt’s Rodeo”, aber am Ende stand auch er mit bleichem Gesicht am Ausgang und bedankte sich bei den Passagieren. Nachdem unser Flugzeug mehrfach durchgeschüttelt und vom Blitz getroffen wurde, waren auch alle “Air-Sickness-Bags” vergriffen. Julias Platz hatte keine, aber Gentleman wie ich bin, hab ich ihr gerne meine gegeben, nur hätte der Flug wirklich keine 10 Minuten länger dauern dürfen, sonst hätte die Vordersitztasche für die Zeitschrifen herhalten müssen. Na ja und New York stand bei unserer Ankunft natürlich auch vollkommen unter Wasser und jetzt wissen wir auch, warum Amis immer die größten Autos fahren. So ein Riesen-Dodge kommt halt doch unbeschaden durch jeden größeren “Teich”. Was kann man also nach zu einer aufregenden Anreise anderes machen als den ersten Pub aufzusuchen und ein-zwei Biere zu trinken, könnte ja immer das letzte sein.

Die Muppet-Show und wir

Anne wohnt in einem wunderschönen Apartment mitten in Brooklyn zusammen mit, ich glaub, 5 Mitbewohnern und einigen Haustieren (Käfern & Maus :-) ), die sich aber nur abends heraus trauten. Nicht die Mitbewohner, die Haustiere meine ich. Ein kleines Zimmer, dass Platz für 3 Personen, einem Hochbett und der Gitarre bietet und kein Fenster besaß, hat uns gereicht, und eigentlich haben wir jede Nacht gut geschlafen, falls ich nicht immer zu oft auf Toilette musste und das Hochbett Anstalten machte, zusammen zu brechen.

Hauseingang zu Anne's Reich

Eigentlich waren wir jeden Tag fleißig zu Fuß unterwegs und haben so manche zweistelligen Kilometerstrecken pro Tag zurückgelegt. Immer U-Bahn fahren ist ja auch langweilig, da sieht man ja gar nichts. Anne hatte das ganze Wochenende Zeit uns ihre schönsten Plätze zu zeigen und in der Woche, da Anne studieren musste, sind wir auf eigene Faust losgezogen. Das Wetter hat es größtenteils gut mit uns gemeint, die Sonne schien öfters und nur der Wind ließ die Temperaturen öfters unter 59 Grad Fahrenheit ;-) fallen. Mütze und dicke Windjacke waren somit jeden Tag angebracht. Später kam noch ein Schal hinzu, der die Flugzeug-Klimaanlagen-Krankheit bisschen lindern sollte.

Eins der zahlreichen Bike-Fotos

Viele Vorurteile von anderen Nach-New-York-Gereisten konnten wir wunderbar widerlegen. Shoppen, vor allem in Manhatten, ist nicht billig und gar nicht erst angenehm. Anstehen vor dem Laden, anstehen vor der Umkleidekabine und anstehen an der Kasse lässt die Lust zu shoppen schnell verfliegen. Klar findet man T-Shirts und Jeans, die billiger als in Deutschland sind, aber dafür extra mit leeren Koffern nach New York fliegen? Muss man nicht haben. Ich sag euch, sogar ich musste den größten Sportladen der Stadt kurz vorm Nervenzusammenbruch verlassen. Julius hat’s noch ne halbe Stunde länger ausgehalten. Ich hab mich dann lieber vor die Geschäfte gesetzt und dem Menschentreiben und vor allem den Fixie-Kurierfahrern hinterhergeschaut. Jedes dritte Foto von mir handelt deshalb auch nur von Fahrrädern und haben es somit nicht alle ins Album geschafft :-) Wer gut shoppen möchte, sollte deshalb nach Williamsburg, Brooklyn oder East Village gehen. Dort findet man viele kleine Lädchen und sehr günstige Second-Hand-Läden, die überhaupt nicht mit unseren vergleichbar wären, denn Batik-T-Shirts, Korthosen und Filzpullover sucht man dort vergebens. Und aus diesen Geschäften stammten dann auch größtenteils die 10 Kilo, die wir am Ende pro Person mehr in unseren Koffern mit uns rumtragen mussten. Anne machte der viele Trubel in der Stadt gar nichts mehr aus und sie erklärte uns für verrückt, als wir ihr tierisch freuend von Eichhörnchen, Schildkröten, Chip & Chap (Streifenhörnchen), bunte Vögel und einen echten Waschbären, die wir im Park antrafen, ausgiebig erzählten. Damit ist der Beweis gegeben, dass wir zwei doch in die Natur gehören.

Die dicke Familie

Zweites Vorurteil. In Amerika muss man sich kein bisschen nur von Fast-Food ernähren, wenn der Geldbeutel etwas kleiner ist. Wir, die auch noch aufs Geld achten ;-) , waren jeden Tag in irgend einem kleinen Restaurant essen. Sushi, koreanisch, italienisch und auch eine richtige amerikanische Burgerbude brachten uns über den kleinen Hunger. Zur Burgerbude kommt auch schon die nächste Geschichte und ich seh schon Julius wieder mit den Augen rollen. Aber ich habe es in diesem genannten Restaurant auf die “Wall-of-Fame” geschafft und 15 Sekunden Ruhm und Applaus aller anwesenden Gäste geerntet. Ich habe einen 1-Pfund-Burger verdrückt. Leider wird die Wand aber auch einmal in der Woche geleert, weil in Amerika viele den 1-Pfund-Burger zum Mittag essen. Die Tafel, die die Personen zeigt, die in einen zweiten Burger bestellten, zeigte hingegen nur 10 Bilder, aber das wäre auch zu viel des guten gewesen und der Amerikaner hätte sich in seiner Ehre verletzt gesehen.

Kito und der Riesenburger

Als es uns nach drei Tagen in der Stadt doch zuviel geworden ist, sind wir mit der U-Bahn raus auf Conny Island gefahren und haben den ganzen Tag zur Ruhe und Entspannung gefunden. Conny Island ist eine Insel vor Brooklyn, die schon seit über 100 Jahren einen Vergnügungspark beheimatet. Wir haben es uns auch nicht nehmen lassen und sind einmal “Wonder-Wheel”, einem sehr besonderen Riesenrad von 1920, “swinging” und einmal “Cyclone”, einer Holz-Achterbahn von 1927, gefahren und hatten unsere helle Freude an den alten Gerätschaften. Eine kurze Aufklärung, was es mit dem Begriff “swinging” auf sich hatte. Die Gondeln des Riesenrades waren nicht, wie sonst immer fest am äußeren Rand des Rades befestigt sondern schwangen, gemäß der Schwerkraft zwischen einem inneren und dem äußeren Rad hin und her. Hier hatte vor allem Julius ihren Spass, wie man auf so manchem Foto unschwer erkennen kann.

Das swinging Wonder Wheel

Die Woche New York ging wieder mal viel zu schnell vorbei, doch mit den zahlreichen Fotos, die wir geschossen haben, werden wir diese Stadt wohl noch lange in unserer Erinnerung behalten und wir sagen, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Wir müssen außerdem sagen, dass wir mit Anne einen hervorragenden Insider-Guide zur Seite hatten und wir dadurch Ecken fanden, wo andere Touristen nur selten anzutreffen waren. Wir müssen auch zugeben, dass wir keine der in den Reiseführer angepriesenen Sehenswürdigkeiten besichtigt haben. Wir waren nicht auf Ellis Island, nicht bei der Freiheitsstatur, nicht auf dem Empire-State-Building, nicht in der MoMA und nicht mal im Apple-Store. Und das war auch gut so!

Written by Kito in: Urlaub |

9 Kommentare »

  • was?! ihr wart nicht mal im apple-store???!!! DAS würde markus NIE fertig bringen :-)

    irgendwie klingt euer urlaub jetzt doch recht lustig und weckt ganz schön fernweh bei mir. ausser das mit der flugreise- ich wäre sicher vor angst gestorben da drin und mit lilly auf dem schoss wäre das desaster gar nicht auszudenken… da habt ihr euch wacker geschlagen! den burger hätte ich gern gesehen- ich hoffe, man findet den bei den fotos. und gut, dass ihr mit diesen ganzen vorurteilen aufräumt- nun habe ich endlich den eindruck, einen etwas realistischeren eindruck von der stadt zu haben. sicher war es gut, dass ihr nicht unbedingt die sehenswürdigkeiten gemacht habt, sondern dass ihr euch eher habt von einem insider führen lassen. so entdeckt man so eine stadt doch viel besser!

    Kommentar | 5. Mai 2011
  • kein burger zu sehen weit und breit :( ((

    ach und übrigens: nicht, dass ich es mir nicht vorstellen könnte aber warum war das clueso-konzert eigentlich nicht mehr wie es mal war?

    Kommentar | 5. Mai 2011
  • Den Burger siehst du doch hier auf dem vorletzten Bild ;-) Nein, im Ernst werd mal nachschauen, ob ich ein Foto nachreichen kann.

    Zu Clueso. Früher spielte er noch im Conny Island vor 500 Leuten oder am Stadtstrand vor 50 und da ging dann auch mal die Party richtig ab und alle haben geschwitzt und getanzt. Jetzt zieht er sich sogar schon mitten im Konzert um, wenn er mal bissl schwitzt, wo sind wir denn da? Und öfters waren auch noch andere Bandkollegen wie Blumentopf oder Max Herre als Specialquest dabei. Aber hör dir einfach mal die neue Platte an, da geht es nur noch still und leise um Herzschmerz, kein Lied, wo der Fuss automatisch anfängt mit zuwippen. Das Konzert war jetzt in der Dresdner Messe, vielleicht vor 5000 Menschen. Und wenn er dann noch meint, wir holen alle jetzt mal unsere Handys raus und halten es leuchtend in die Luft, da kann man nur noch heulen, wenn die anderen kreischen.

    Kommentar | 5. Mai 2011
  • mmhhh, sowas in der art hatte ich mir leider schon gedacht. war auch ziemlich enttäuscht von seiner (letzten?), ich weiss es nicht mal, platte. das war wirklich genau wie du es beschreibst.. der hat eben rausgefunden, womit sich am leichtesten geld verdienen lässt und das geht bei konzerten mit kreischenden teenies sicher besser als am stadtstrand vor einer handvoll leuten. schade :(

    aber auf das burger-foto bin ich immer noch sehr gespannt :-)

    Kommentar | 5. Mai 2011
  • So, Burger-Foto ist online. Wahrscheinlich werd ich jetzt nirgends wo mehr einen Job finden, außer bei Burger King vielleicht ;-)

    Kommentar | 5. Mai 2011
  • héhé, cooles bild :-) fettes teil. aber gib zu, julia hat geholfen!?!!! ;-)

    Kommentar | 5. Mai 2011
  • Dank Lilly nun auch endlich mal zum Lesen gekommen :) Schöner Bericht – schöne Fotos und sooo schlimm klingt es ja nicht. Eher nach: muss man mal erlebt haben.

    Das die Schubi beim Bürger abfährt ist ja wohl klar. Keinen weiteren Kommentar dazu. Aber lecker sieht doch auch anders aus, oder?

    Na dann Euch nen schönes WE. LG! M

    Kommentar | 6. Mai 2011
  • @Schubi: nein, die halbe Kuh habe ich komplett selber verdrückt :-)
    @Markus: der war aber auch verdammt lecker der Burger :-) und soviel Fleisch essen wir ja auch nicht mal in einer Woche zusammen

    Kommentar | 6. Mai 2011
  • wie, lecker sieht anders aus?! keine ahnung, der herr meerblickzimmer. dass das teil geschmeckt hat, war ja wohl offensichtlich!

    Kommentar | 6. Mai 2011

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