Feb
09
2010

MILOW - für MIch ein bisschen LOW

Kehre grad heim von einem weiteren Haus-Auensee-Konzert. Dieses Mal on Stage: Milow. Ja richtig, man kennt die Band kaum. Einzig der Radio-Ohrwurm “Ayo” ist dem ein oder anderen ein Begriff. Leute, die mich kennen, können wahrscheinlich kaum glauben, dass ich bei Milow war. Aber als Kollegin Jasmin mich vor einigen Wochen zum Konzert einlud, konnte ich einfach nicht absagen. Viel zu sehr mag ich solche Abendprogramme. Also mal ehrlich: man sollte viel viel öfter zu kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten, Theateraufführungen oder Kunstausstellungen pilgern, statt das stupide TV-Programm zu erdulden. Und ja, man sollte vor allem zu bisher unbekannten Künstlern gehen, Horizont erweitern und so.

Nun aber zum Konzert. Auch ich kannte vor dem Konzert genau ein Lied der Band, besagter Song “Ayo” hat es in den vergangenen Wochen in die A-Schleife der Pop-Radiosender geschafft und war daher kaum mehr wegzudenken. Ich war also denklich schlecht auf das Konzert vorbereitet. Ganz im Gegensatz zu meinen Mitmenschen, die fleißig mitsangen - im falschen Englisch - mit sächsischem Dialekt. Wunderbar. Typischer Milow-Konzertgänger: Pärchen. Pärchen, Pärchen überall. Pärchen, die abwechselnd knutschen oder genau vor mir ihr Handy mit ausgestreckten Armen gen Bühne halten und Aufnahmen machen. Nicht nur Fotos (natürlich immer mit Blitz), nein auch Videos wurden zahlreich aufgenommen. Da frage ich mich: mit welchem Sinn? Was bringt ein Video, mit mieser Ton- und Bildqualität, verwackelt, aufgenommen auf einem mittelmäßigem Handy aus der zehnten Reihe? Ich verstehe es nicht. Und ich bin auch der Meinung, dass nicht jeder überall mit billigen Handys Fotos machen darf. Schade um den Speicherplatz auf dieser Welt. Leute, genießt doch lieber das Konzert, schaut nach vorn, lasst euch fallen und lebt ganz oldschool ein paar Stunden offline!

Nicht aufregen. Ähm, na gut, dann sag ich was zur Band. Die Band an sich scheint schon ewig Musik zu spielen. Ein gut eingestimmtes Team, dem man gern abnimmt, dass sie sich auf der Bühne wohl fühlen. Leicht weichgespülte, melancholische, radiotaugliche Popsongs kamen von der Bühne. Ja doch, es war ein schönes Konzert zum Montagabend. Ein bisschen, ohne es böse zu meinen, erinnerte mich das Konzert an alte Cottbuser-Stadtfest Zeiten. Da hätte Milow auch gut hingepasst. Der Sänger, dem wohl die meisten Kreischer der pubertierenden Mädchen galten, war deutlich zu alt, um als Teenie-Schwarm durchzugehen. Aber wen kümmerts. Sicher hat er auch den Müttern unter den Fans ganz gut gefallen. Nur ich saß irgendwie zwischen den Stühlen und fühlte mich irgendwie ein bisschen zu alt und ein bisschen zu jung, um irgendwo dazu zu gehören.

Naja, gut, war ja auch schwer, nach so einem umwerfenden Konzert von AIR wieder ein ähnlich gutes Konzert zu erleben. Aber ich gebe nicht auf, nehme mir vor, dieses Jahr exorbitant viele Konzerte zu besuchen und statt dessen die Glotze mit Ignoranz zu strafen. Schließlich weiß ich, dass ich viel wertvollere Erinnerungen aus solchen Konzertabenden nehme als es je ein TV-Abend könnte…

Euer Julius

Written by Julius in: Allgemein, Leipzig |

2 Kommentare »

  • Was ziehst du denn so über Pärchen her? Wenn wir zusammen hingegangen wären, würden wir auch zu den typischen Milow-Konzertgängern zählen!? Zum Glück befinde ich mich noch im Prüfungs-”stress” :-)

    Comment | 10. Februar 2010
  • Jetzt widerlege ich meinen letzten Kommentar hinsichtlich der Prüfungszeit. Die ist just in diesem Moment vorbei und die schönste Zeit, die Ferienzeit, kommt mit großen Schritten.

    Comment | 10. Februar 2010

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