Mai
26
2009
2

Kaputt gespielt

He liebe Leser,

oh Mann, die Sonne brennt, es ist schwül, eigentlich nix für meine skandinavische Haut. Der Tag ist zäh und daher auch ziemlich unproduktiv. Hinzu kommt die körperliche Erschöpfung, die eindeutig aus den vergangenen beiden Wochenenden resultiert. Was da los war? 

Das Wochenende vom 16. bis 18. Mai verbrachten wir wie angekündigt im wunderbaren Oslo, feierten den Nationalfeiertag und verhielten uns wie echte kleine Norweger. Fähnchen, Schleife, Nationalfarben, Mitfeiern und Winken. Ein richtig gelungener Tag, der dadurch gekrönt wurde, dass wir uns in den Zug der Schüler einreihten und mit ihnen vor das Schloss zogen. So standen auch wir für ein paar Sekunden unter dem Schlossbalkon, von dem uns eine freundlich royal lächelnde Königsfamilie zuwinkte. Was für ein großer Augenblick. Insgesamt zeigen wir in Norwegen schon beinahe mehr Patriotismus als im eigenen Lande. Komisch, aber wahr.

Weil ich zu faul zum Schreiben bin und Bilder sowieso mehr sagen als 1000 Worte, verweise ich an dieser Stelle gern einmal mehr auf die Kategorie Beweisbilder. Schaut mal rein!

So, am Montag, den 18. Mai landeten wir also wieder im heimatlichen Berlin. Schnell Sachen auspacken, Rucksack ausleeren, und die nächste Tour vorbereiten. Denn von Mittwoch bis Sonntag hieß es: Paddeltour auf der Unstrut. Sagt euch nix? Mir vorher auch nicht. Die Unstrut ist ein Fluss, der in Naumburg in die Saale mündet und sich vorher durch die idyllische Landschaft Sachsen-Anhalts schlängelt. Eine wunderbare Gegend, die ich vorher nicht kannte.

Sechs Mann, ein Hund, vier Boote und Outdoorausrüstung - und schon gings los. Einfach treiben lassen, Baden, Biwaken und die Natur genießen. So verbrachten wir vier einmalige Tage. Echt, es ist schwer, diese Erlebnisse für Außenstehende in Worte zu fassen. Insgesamt war es eine runde Tour, von der wir völlig erschöpft und glücklich wieder heimgekehrt sind. Ich fühl mich gut, gesund, bin schon ein bisschen braun geworden und merke bei solchen Aktionen sehr deutlich, wie wohl ich mich in der freien Natur fühle.

Gutes Schlusswort, wie ich finde.

Bis demnächst

Euer Julius

Written by Julius in: Heimat, Oslo |
Mai
11
2009
2

Unterwegs in anderen Welten

God dag alle sammen!

Entschuldigung an alle, die diese Worte nicht oder nur kaum verstehen. Aber ich muss doch noch ein wenig Norwegisch üben. Denn in vier Tagen bringt uns ein Flieger ein weiteres Mal ins geliebte Oslo. “Schon wieder? Mein Gott, was machen die denn da?” mag sich der ein oder andere Leser fragen. Passende Antwort: wir feiern den norwegischen Nationalfeiertag. Mit Pauken, Eis, Hunderttausenden von Norwegern, Fähnchenschwenken, Trachtengruppen und vor allem - Zuwinken der Königsfamilie auf ihrem Schlossbalkon von der Karl-Johan-Gata aus. Die Vorfreude meinerseits auf dieses Event ist riesig. Meine Freunde verdrehen kaum merklich die Augen, wenn ich davon berichte. Wahrscheinlich habe ich schon ein Mal zu oft von unserem geplanten Trip geschwärmt. Da müssen die Freunde nun mal durch. Ist ja bald vorbei.

Bis zum Abflug übe ich mich in Geduld und beschäftige mich mit offenen Projekten die die Namen “Google Challenge”, “Bachelorarbeit” und “Bewerbungen” heißen. Das sind derzeit meine Babys, um die ich mich kümmere.  

Oh Mann, ich kann euch gar nicht so genau berichten, was ich den ganzen Tag so mache. Ich befürchte, ihr versteht mich nicht, wenn ich von Twitteraktivitäten, SEM und Conversions fasele. Eine andere Welt. Doch diese Welt rund um Online Marketing fesselt mich gerade. Es ist eine Welt, in die ich mich sehr gut einlebe, die spannend und zukunftsträchtig ist. Bin gespannt, wie es in dem Bereich mit mir weitergeht.

Und sonst so? Zum Abschluss noch ein Stückchen Alltag aus unserer kleinen WG. Wir, allesamt ohnehin schon gute und vorbildliche Menschen, haben eine weitere Möglichkeit entdeckt, gute Taten zu vollbringen. Die Lösung: der Lidl-Pfandautomat. Glaubt ihr nicht? Doch. Bei Lidl hat man nach Abgabe seiner Pfandflaschen nun die Wahl zwischen a) der Gutschrift des Betrags und b) der Spende des Pfandgeldes an “Die Tafel”. Entscheidet man sich für Variante b wird man mit einer reichlichen Portion guten Gewissens und einem etwa ein Meter langen Dankeschön-Zettel belohnt. Dieser Zettel erklärt dem edlen Spender beiläufig, dass er nicht zur Vorlage beim Finanzamt taugt. Aber das nur nebenbei. Fraglich bleibt weiterhin, warum der Spendenzettel im Vergleich zum normalen Pfandbon ein Vielfaches an Papier und Druckfarbe verzehrt. Naja, fest steht, dass wir ab sofort guten Gewissens auf unser Pfandgeld verzichten und das großartige Gefühl haben, ein ganz kleines bisschen die Welt zu verbessern. Solltet ihr ausprobieren. Lohnt!

In diesem Sinne…

Euer Julius

Written by Julius in: Allgemein |

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