Mrz
23
2009
1

Und am Rande: etwas Biathlon

So ihr lieben Leser, ihr habt es geschafft, die Zeit des Wartens ist vorbei: unser Trondheimbericht ist da!

Schon einige Leute haben mich nach dem Trip gefragt. Ich finde kaum Worte, muss mich erst einmal sammeln, die Ereignisse sortieren…

Vergangenen Mittwoch starteten wir von Gjøvik aus mit einem kleinen Mietauto. Vor uns lagen 400 km, dank einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h werden daraus mal schnell über 6 Stunden Fahrt. Langweilig wurde es trotzdem nie. Als Beifahrer sitzt man einfach mit weit aufgerissenen Augen und der Nase am Fenster und bewundert die vorbei gleitende, sich ständig ändernde Landschaft. Ruhige Seen, schneebedeckte Berge, einsame Kirchen, grasende Elche, Statoil-Tankstellen mit kostenlosem Kaffee versüßten die Fahrt.

Ziel Trondheim: die drittgrößte Stadt Norwegens beherbergt neben 150.000 Einwohnern auch 20.000 Studenten, liegt an der Westküste und ist dementsprechend maritim geprägt. Anders als Oslo findet man hier noch aneinander gereihte, bunte Holzhütten, alte Speicherhäuser und ursprüngliches Seefahrerflair. Obwohl wir ein Auto hatten, schlenderten wir lieber stundenlang kreuz und quer durch die Stadt, ließen uns treiben und entdeckten richtig hübsche Ecken. Kito hat auf Anhieb das Café mit dem besten Blåbærkake (Blaubeerkuchen) ausfindig gemacht. Mmmh, seit dem kann er kaum etwas anderes denken, aber so kennen wir ihn ja.

Hauptgrund für unseren Trondheimausflug war, wie angekündigt, der Biathlon World Cup. Unsere persönlichen Favoriten dabei natürlich: Michael Rösch und Christoph Stephan. Beide voll nette Typen. Gut, Michael (Ebs), kannten wir schon vorher. Christoph (Kralle) ist uns im Laufe der paar Tage aber auch richtig ans Herz gewachsen. Wieso? Ein gemeinsamer Partyabend, der hier im Einzelnen kaum ausreichend genug wieder gegeben werden kann, jedoch jetzt noch jedem Beteiligten ein fettes Grinsen beschert. Es war der Wahnsinn. Donnerstagabend traf sich die gesamte Biathletenbande im Club “Downtown”, Kito und ich als Obergroupies natürlich mittendrin. Nach ein paar paar Bier und  ein wenig Snus zusammen mit Ebs und Kralle explodierte die Stimmung. Von nun an gab es wildes Gepoge, verschüttetes Bier, eine blutige Nase, einige nackte Oberkörper, Schweiß, Klopapiermumien, Pantomimetanz und jede Menge anderen Blödsinn. Alles fand ein jähes Ende, als Kralle freundlich des Clubs verwiesen wurde. Wir folgten aus Solidarität. 

Der Abend ging nicht ganz spurlos an den Anwesenden vorüber: Kralle verlor sein Portemonnaie und Kito schlief in der Dusche (einziger Grund: die Fußbodenheizung, jaja). Ein gemeinschaftlicher Kater am nächsten Morgen vereinte uns. Schön wars …

Achso ja, Biathlon. Natürlich hatten wir auch sportliche Momente. Donnerstag, Samstag und Sonntag feuerten wir die Sportler lauthals an, schwenkten mit der kleinen Deutschlandfahne in einem Meer aus Norwegenflaggen und fieberten während der Wettkämpfe mit. Es war mein erster Biathlon World Cup, der mir nicht von einem Fernsehgerät entgegen gestrahlt wurde. Dementsprechend aufregend war das ganze Event. Den Höhepunkt bildete der Massenstart der Herren am Sonntag. Wow, wir waren aufgekratzt und sind rumgesprungen wie die Gummibärenbande. Die umstehenden Norweger belächelten uns anfangs für so viel Eifer. Schnell schlugen sie sich auf unsere Seite und stimmten mit ein, wenn wir Kralle und Ebs im Vorbeifahren zubrüllten. Heiser, glücklich und Adrenalin geladen ging das Rennen zu Ende. Kralle hatten wir auf einen stolzen 6. Platz gebrüllt. Immerhin! Ebs kam mit einem leichten Grinsen und Achselzucken als 25ter an uns vorbei. Ende, Aus, vorbei.

Völlig überdreht stiegen Kito und ich nach dem Wettkampf ins Auto, konnten erst einmal gar nicht reden. Jeder verarbeitete die Erlebnisse still für sich, während wieder einmal die atemberaubende Landschaft vorbei zog. 

Eines ist sicher: von dem Ausflug werden wir noch lange zehren. Auch wenn es nur fünf Tage waren, die Eindrücke fühlen sich nach mehr an…

Und, soviel sei verraten: ein abschließender Roadtrip, der uns hoffentlich noch diese Woche an den Geirangerfjord und nach Ålesund bringen wird, ist angedacht. 

Bilder? Findet ihr wie immer unter “Beweisfotos”. Viel Spaß und danke fürs Lesen.

 

Har det bra(twurst)

Eurer julius

Written by Julius in: Allgemein |
Mrz
17
2009
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Roadtrip #2 nach Trondheim

Vorfreude ist immer verbunden mit körperlichen Anzeichen. Unsere Vorfreude auf den morgen beginnenden Roadtrip äußert sich beispielweise in Ruhelosigkeit, stundenlangem Reiseführer-Lesen, Packen, Umpacken, vermehrtem Harndrang und Herzrasen.
Es geht nach Trondheim, gelegen an der Westküste Norwegens, glatte 400 km von Gjøvik und damit 6 Autostunden entfernt. Wir nehmen uns ein Mietauto, cruisen durch die Landschaft, immer auf der E6 gen Norden, vorbei an Moschusherden, Wasserfällen, schneebedeckten Bergen und langgestreckten Seen. Die Route sind wir schon “abgeflogen”, Google Earth macht’s möglich.
Unser Ziel ist nicht ganz zufällig gewählt, denn von Donnerstag bis Sonntag treffen in Trondheim die besten Biahtleten aufeinander, um beim Biathlon World Cup Medaillen zu sammeln. Jaha, und wir stehen in der Zuschauermenge, wedeln abwechselnd mit Deutschland- und Sachsenfähnchen und üben uns in Solidarität mit unserer deutschen Mannschaft und natürlich allen voran Michael Rösch. Das wird ein Riesenspaß. Ich freue mich wie ein kleines Kind auf diese Wettkämpfe.

So dann, ihr dürft also gespannt sein auf die bald eintreffenden Reiseberichte von “Julius & Kito Roadtrip”.

Har en fin kveld! (Habt einen schönen Abend)
*julius*

Written by Julius in: Allgemein |
Mrz
11
2009
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Zurück im Alltag

Der Roadtrip ist leider schon wieder vorbei und der Alltag hat mich wieder gefangen. Wahrscheinlich aber auch noch nicht so richtig, denn ich hab mir auch was schönes mitgebracht, nämlich eine Erkältung die mich erst mal ans Bett fesselt. Heute geht es mir aber schon wieder kräftemäßig besser und ich schaff den Gang an den Schreibtisch und schreibe den Bericht.

Freitag nachmittag ging es dann für Alessio, Clementine und mich los mit Richtung Nordwesten ohne Plan und Zeitdruck zum Sognefjord, den längsten Fjord Norwegens. Aus dem gemieteten VW Lupo ist ein Volvo C30 gewurden und damit auch viel mehr Platz und Luxus pur. Leider gab es aber keine Spikebereifung und ein Hinterreifen war falsch aufgezogen, doch zu Schaden kam keiner, nur zwei Beinahe-Unfälle. Es stellt sich nun die Frage braucht man Spikes oder nicht? Um an die Westküste zu gelangen mussten wir 2 Fjelle (Hochgebirge) durchqueren, dass heißt Schnee in Massen, nur leicht geräumte Strassen und glatt wie auf der Schlittschuhbahn. Gewünscht hätten wir sie uns schon. Am Fjord (Küste) dann der totale Wetterumschwung 12 Grad, Sonnenschein, blauer Himmel und alles grün. Also, Spikes fehl am Platz.

Los ging es in Gjøvik auf der 33 vorbei an Dokka Richtung Fagernes. Beides kleinere Ortschaften und bekannt als Tor zu den Skizentren Beitostølen und Hemsedal. Für uns gab es den ersten obligatorischen Statoil Stop. Aufklärung! Ich glaub Markus hatte auch schon mal davon berichtet. Bei Statoil kann man sich für 129,- NOK einen Thermosbecher kaufen, den man dann an allen Statoil-Stellen kostenlos mit Kaffee auffüllen kann. Gutes Marketing, gehalten haben wir nämlich nur bei Statoil. Und es ist schon lustig mit anzuschauen, wie alle an diesen Tankstellen mit dem Becher in der Hand aussteigen, Kaffee holen und weiterfahren. Wie viel wir getrunken haben, weiss ich nicht mehr, aber es war auf jeden Fall 2-stellig. Muss man ja auch wieder reinholen, die 15 Euro. Unterwegs trafen wir auch unseren ersten Elch. Nächster Stop hieß dann Borgund. In Borgund steht das besterhaltenste Beispiel norwegischer Holzbaukunst und der älteste Holzbau Europas; die 1180 errichtete Stabkirche. Unheimlich war es schon ein bisschen, denn immerhin erreichten wir den Prunkbau in völliger Dunkelheit. Trotzdem konnten wir uns mit Stirnlampen bewaffnet frei auf den Friedhof bewegen und einen guten Eindruck von der alten Holzkirche machen. In Erinnerung wird sie uns auf jeden Falle bleiben, gerade wegen der Finsternis.

Weiter ging es Richtung Lærdal, und da uns dieses Dörfchen mit den 160 alten unter Denkmalschutz stehenden Häuschen so gefallen hat, beschlossen wir die Nacht hier zu verbringen. Doch leider ist gerade keine Saison und damit hatten nur 2 Pensionen geöffnet und die waren natürlich beide voll belegt. Also mit der Fähre Richtung Sogndal. Dort fanden wir auch dann ein schönes Appartment und schlugen uns den Magen mit Spaghettis voll.

Am nächsten Morgen beschlossen wir das Jostedalen hinaufzufahren, um uns den Nigardsbreen (Gletscher) anzuschauen. Hoch sind wir gekommen, aber gesehen haben wir nichts. Der Schnee fiel in Unmengen vom Himmel auf Unmengen die bereits auf dem Boden lagen. Also zurück zum Fjord. Dort begrüßte uns die Sonne mit einem strahlend blauen Himmel. Ach, und unterwegs haben wir einen Wal und Robben getroffen. Fantastisch dieses Land. Den ganzen Tag haben wir nur in der Sonne mit unserem ersten Eis am Fjord verbracht, mit Fähren rumgefahren und die Landschaft genossen. Leider sind über die Wintermonate noch viele Strassen über die Berge gesperrt, auch wir mussten das mehrere Male am eigenen Leib erfahren, aber so konnten wir dann dort übernachten, wo wir schon die erste Nacht übernachten wollten, nämlich in Lærdal.

Sonntag sind wir dann durch den längsten Strassentunnel der Welt, 25 Kilometer, nach Flåm, zur Flåmbann (Eisenbahn durchs Gebirge) gefahren. Die Flåmbann gehört mit zu den TopTen Sightseeing Attraktionen Norwegens, uns aber zu teuer. Eine Fahrt für die 20 Kilometer kurze Zugstrecke kostet 330,- NOK pro Person. Wir nahmen dann die Strasse mit dem Auto neben der Bahnschiene. Und wir konnten halten wo wir wollten und nicht der Schaffner.

Nun hieß aber auch schon Schluss mit der Westküste, denn immerhin lag noch eine 5-stündige Autofahrt Richtung Gjøvik vor uns. Unterwegs hielten wir noch mal bei Tageslicht an der Stabkirche von Borgund und bei mehreren Statoil Tankstellen. Insgesamt fuhren wir am Ende 900 Kilometer durch traumhafte Landschaften, haben den Winter in den Bergen gefühlt und den Frühling im Fjord gesehen. Und einig sind wir uns allemal; das muss man öfter machen.

Bilder gibt’s unter Beweisfotos, leider noch unsortiert.

Written by Kito in: Gjøvik |
Mrz
05
2009
3

Es geht in die Berge!

Guten Abend, werte Leserschaft.

Wieder sind unzählige Tage, die hier wie Sand durch die Hand rieseln, vergangen. Dass liegt einerseits wahrscheinlich daran, dass das Projekt dem Ende zugeht und ich fleißig am Dokumentation schreiben bin (derzeitiger Stand 45 Seiten), hier und da kleinere Änderungen an dem Programm selber vornehme, 10 Stunden in der Universität sitze, aber zweiterseits und wahrscheinlich viel spannender, versuche allen Kommilitonen in den Arsch zu treten, um an den Wochenenden etwas zu unternehmen. Und das ist bekanntlich nicht grad sehr leicht. Antworten wie “Ach, ich weiss nicht.”, “Hmmm, kein Geld” und “Muss ich mal mein Freund/Freundin fragen.” sind allgegenwärtig. Aber so ist das halt mal mit Entscheidungen.
Da ich, und vorallem Alessio, ein neuer Kommilitone aus dem wunderschönen Aosta Valley, dies nicht leiden können, haben wir kurzer Hand uns entschlossen, dieses Wochenende einen Roadtrip mit der Richtung Nordwest einzuschlagen, ohne die Anderen. Geplant ist dabei nichts, weder Unterkunft noch Verpflegung und für den Notfall, falls wir nichts finden sollten, nehmen wir ein Zelt und einen Kocher mit. Das Beste und Notwendigste am RoadTrip, dass Auto, wenn man den VW Lupo als Auto bezeichnen darf, kostet uns märchenhafte 650,- Kronen, für das ganze Wochenende, und da sagt noch einer Norwegen ist unverschämt teuer. Den Bericht dazu gibt es dann hoffentlich nächste Woche.

So, doch nun zu den Erlebnissen der letzten Wochen, denn ich weiß, dass ist das was die meisten lesen und sehen wollen. Derzeit bricht auch über uns eine Wärmewelle ein, in Oslo, hab ich gehört, sollen 12 Grad sein. So warm ist es natürlich hier nicht, aber zu warm für den Schnee, der verwandelt sich langsam in Matsch und rinnt in großen Bächen den Berg hinunter. Doch die letzten Wochen hatten wir wirklich bestes Winterwetter. Ich hoffe einige Fotos bestärken diese Aussage. Wir haben mehrere Wanderausflüge in die nähere Umgebung gemacht, Würste am offenen Feuer gegrillt, sind “Bob” gefahren, auf der Bobbahn in Lillehammer und haben Eishockey gespielt.

Und nächstes Wochenende kommt ja dann auch Julius endlich wieder und dann heißt es wieder Kito & Julius i Norge statt Bare Kito i Norge.

Ach und übrigens, mein neues Semester in Mittweida ist bereits angelaufen, auch ohne mich. Und das wird auch noch ne Weile so bleiben.

Es grüßt Kito Nordmann!

Written by Kito in: Allgemein |

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