Nov
27
2008
0

Saison eröffnet

Der Startschuss ist gefallen, das lange Warten ist beendet. Gestern eröffnete endlich das Osloer Skigebiet Tryvann. Sicher, es ist vornehmlich Kunstschnee aus der Schneekanone, dafür aber sehr gut präpariert. Zur Feier des Tages sponsorte der Betreiber gratis Liftkarten für die Zeit zwischen 16 und 22 Uhr. Nun ratet mal, wer gestern einer der erste am Lift war? Katja und ich. Wir waren so aufgeregt, das Herz pochte schon den ganzen Tag, sehnsüchtig freuten wir uns auf den Feierabend und die Saisoneröffnung. Der Wahnsinn, einfach mit der Metro auf den Berg gefahren und schon erschließt sich dem Wintersportfreund ein weitläufiges Skigebiet. Wir freuten uns wie kleine Kinder, als wir endlich die Bretter unter den Füßen hatten und die Abfahrt vor uns lag. Mit uns waren etwa 150 Osloer Jugendliche am Hang, der Altersdurchschnitt betrug etwa 20 Jahre. Wow, die Norweger können einfach jeden Sport. Zeitweise stand ich einfach nur da und bewunderte die Kunstfertigkeit und Eleganz, mit der sie ihre Spuren in den Schnee setzten. Tricks, Drehungen, Sprünge - das alles ist für sie gar kein Problem. Dazu die neueste Ausstattung am Leib und schon sehen sie wahnsinnig cool aus. Es war ein richtig schöner Abend. Skifahren in Oslo, ich kann es immer noch nicht glauben. Das ist das Beste an dieser Stadt: sie liegt am Fjord, wird umringt von Bergen und bietet so Badestrände, Bootsausflüge, Skigebiet und Wandertouren gleichzeitig. Bin begeistert.

Written by Julius in: Allgemein, Oslo |
Nov
26
2008
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Aus der Heimat

Jetzt komm ich doch wirklich nicht drumherum mal was Schönes aus der Heimat zu berichten. Nämlich das was auch vielen Norwegern vorbehalten ist und es manchmal auch gesagt wird, sie wären nur eine Erfindung des norwegischen Tourismusbüros um Touristen nach Skandinavien zu locken, kann man jetzt auch in Altenberg finden; den ELCH!!!

 

Ein Elch in Altenberg

Ein Elch in Altenberg

Zitat PSR: “Im Osterzgebirge hat sich ein junger Elch niedergelassen. Das etwa anderthalb Jahre alte männliche Tier wurde schon mehrfach in einem Wald im Bereich Bärenfels gesichtet. Woher der Elch kommt ist bisher noch nicht geklärt sagte der Chef des Forstbezirks Bärenfels, Wolfram Gläser. Es ist möglich, dass er aus einem Wildgehege ausgebüchst ist, es könnte sich aber auch um einen Wild-Elch handeln.

Elche wurden auch schon früher in Sachsens Wäldern gesichtet, vor allem in der Lausitz. Dass das Tier bis ins Gebirge gewandert ist, ist allerdings ungewöhnlich, so Experten. Der Elch ist seit etwa drei Wochen im Osterzgebirge unterwegs. Das ist schon lange, weil der Lebensraum nicht optimal ist, so Gläser weiter. Es ist möglich, dass er bald weiterzieht. 

Ein Spaziergänger hatte das Tier am Wochenende in einem Waldstück bei Altenberg entdeckt. Inzwischen haben auch Mitarbeiter des Sachsenforst den Elch gesehen, sagte Sprecher Thomas Rother. Der Elch im Wald bei Altenberg darf nicht gejagt werden. Laut Sachsenforst ist das streng verboten. Die Jäger wissen das auch - und werden den Elch deshalb auf jeden Fall nicht erschießen.”

Written by Kito in: Allgemein |
Nov
25
2008
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Lambchop

Am Wochenende haben wir einen erneuten Versuch gestartet zu einem Lambchop Konzert zu gelangen. Der erste Versuch liegt nachgerechnete viereinhalb Jahre zurück. Damals spielten sie in Leipzig in der Moritzbastei, eher zufällig draufgestossen, gab es damals natürlich keine Karten mehr. Auch gab es niemanden der versuchte davor noch Karten an den Mann und die Frau zu bringen und ein Kellerfenster zum durchschlupfen war auch nicht vorhanden. Also haben wir uns diesmal die Karten schon vorher für 100,- Kronen (11,- €, Wechselkurs heute) besorgt und uns Woche für Woche auf das Konzert gefreut.

Das Konzert fand in unseren Lieblingslocation (neben dem Mono, später dazu mehr) Chateu Neuf statt und wir waren sichtlich erstaunt, welch Konzertsaal sich noch in diesem Gebäude versteckte. 

Die Band Lambchop (englisch und bedeutet soviel wie Lammkotelett), stammt aus der amerikanischen Hauptstadt des Bundesstaats Tennessees und Hauptstadt der Country-Musik Nashville (Johnny Cash Fans wissen bescheid). Die Band ist ein bis zu 18-köpfiges Kollektiv um den ehemaligen Parkettleger Kurt Wagner. Zu unserem Konzert bestand die Band aus insgesamt 7 Musikern und kann so ganz gut im Kleinbus durch Europa touren. Kurt Wagner selbst schreibt sowohl Texte als auch die Musik. Diese und seine tiefe, verrauchte (Selbstzitat: “… rauchfrei anderthalb Stunden am Tag, wenn er ein Konzert gibt …” ) Bassstimme machen den Charakter der Band aus.

So war es ein herrlich schönes Konzert und hoffentlich nicht das Letzte. Jeder, der Mal die Möglichkeit besitzt zu so einem wunderschönen Country-Soul-Folkpop-und-was-sonst-noch Konzert zu gehen, wird dies nur empfohlen. Schöne Texte die meistens von alltäglichen Situationen handeln, Instrumente die perfekt beherrscht werden und die geniale Stimme Kurts reißen einen sofort in ihren Bann. Die Musik strahlte eine so schöne Gelassenheit und Zerbrechlichkeit aus, man konnte sich einfach in den Konzertsaalsessel zurücklehnen und der Musik und den Texten lauschen, so wie wir es auch getan haben. Die ganze Zeit.

Als kleines Musikbeispiel habe ich Julia’s Lieblingslied “I believe in You” angehangen. Also Lautsprecher an aber leise, Licht dimmen und zurücklehnen! I believe in You

Written by Kito in: Oslo |
Nov
16
2008
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altes Neuland

Sonntag, kurz vor acht. Kito sitzt schon wieder im Zug und ich überlege, wie ich das vergangene Wochenende in Worte fassen kann.

Es ist merkwürdig. Obwohl wir schon eine ganze Weile hier sind und Oslo nun wirklich scheinbar von allen Seiten kennen, lernen wir doch immer wieder neue Ecken kennen. Es ist sehr entspannend nicht mehr mit dem typischen Touri-Stechschritt durch die Stadt zu hetzen, sondern sich für alles Zeit lassen zu können. So gingen wir samstags auf Entdeckungsreise durch bisher unbekannte Straßen, schlenderten durch den St. Hanshaugen Park, besuchten die ältesten Gebäude Oslos und ließen uns im alternativen Viertel Grünerløkka vom Gewimmel anstecken. Es war ein sehr entspannender Tag. Die Ruhe vor dem Sturm, denn abends sah der Plan etwas voller aus. Eingeläutet wurde der Abend mit einem zünftigen Reker-Essen (Krabben) bei Katja, Reker sind billig und frisch im Supermarkt erhältlich. Mh, was für ein Mahl. Schnell noch ein Gin-Osaft gemixt und ab mit der Bahn zu Agi, da war “Vorspiel” angesagt. Putzig finde ich, dass die Norweger selbst auch “Vorspiel” sagen ohne dessen Zweideutigkeit wirklich zu kennen. Agis Zimmer wurde zum allgemeinen Treffpunkt für partywillige Mitpraktikanten. Als wir zu acht waren, ging es auf einen weiteren Streifzug durch die Partymeilen von Oslo immer auf der Suche nach einem netten Club mit tanzbarer Musik und billigen Getränken. Dass dies offenbar zu hohe Erwartungen sind, musste ich mir nach 4 Stunden, 5 Clubs, einer Schlägerei und etwa 100 besoffenen Norwegern auch eingestehen. Das wird hier nichts so richtig mit dem Tanzengehen. Die Clubs sind meiner Meinung nach alle gleich schlecht, dafür überteuert und proppevoll. Also ab mit dem Taxi nach crazy Kringsjå und ins Bettchen um wieder neue Kraft für Sonntag zu tanken.

Ihr kennt das vielleicht. Man kann so lange schlafen wie man will nach einer Partynacht, man verbringt den nächsten Tag trotzdem nur im Dämmerzustand. Kraftlos, träge, flau im Magen und allzeit müde. Draußen lockt die Sonne unbarmherzig, und so ließen wir uns doch noch zu einem Ausflug in die Stadt überreden. Kito wollte unbedingt ins kulturhistorische Museum. Das versprach alte Münzen, Geschichten von Polarexpiditionen und den ältesten Wikingerhelm. Die Ausstellung war wirklich sehr anschaulich, nur ließ meine Konzentration und damit auch meine Lust nach einer Stunde rapide nach. Wir haben nur eins von vier Etagen des Museums geschafft, müssen wohl nochmal hin. Zum Ausgleich haben wir einen total entspannten Ausflug zum schönsten Cafe der Stadt gemacht. Das Frognerseteren liegt auf einem Berg, man überblickt von oben die gesamte Stadt. Schon die Fahrt mit der S-Bahn ist super, sie überwindet in 20 Minuten über 400 Höhenmeter. Das Café selbst ist 110 Jahre alt, dementsprechend urig, aus Holz, an den Wänden hängen Trophäen und im Kamin fackelt ein Feuerchen. Herrlich. So kann der Sonntag zu Ende gehen.

Fühle mich wohl, entspannt und freue mich schon jetzt auf das nächste Wochenende mit Kito in big Oslo…

P.S. Schaut euch die Bilder zu diesem Wochenende unter “Beweisfotos” an! Bis bald

Written by Julius in: Allgemein, Oslo |
Nov
12
2008
2

Auch der Kito…

… muss mal wieder was schreiben, nachdem ich mich mit Kopf & Gliederschmerzen (vielleicht ne norwegische Grippe!?) schon seit einer Woche rumplage und mehr Zeit mit dick-zugedeckt-im-Bett-liegend-und-Schal-tragend verbracht habe, scheint es endlich langsam wieder bergauf zu gehen. Außerdem scheint die Sonne und das Thermometer kratzt an der 0º-Grenze. Jetzt wird erst mal schlechtes Wetter und schlechte Laune zur Seite geschoben.

Man wird es kaum glauben, aber das schon zurückliegende Wochenende waren wir nicht, wie sonst, in Oslo unterwegs, sondern bei mir auf dem Lande. Als Julius’ Zug sich freitags hier schnaufend den Berg hochgekämpft hat, fing es auch zeitgleich wieder an zu schneien. Herrlicher Empfang. Kämpften uns dann rutschend mit Julius’ bekannten Stadtstiefeln hoch zum auf dem Berg befindenden Studentenwohnheim; und der Schnee stieg prozentual mit den Höhenmetern. Leider war und ist schon wieder alles weg.

Am Samstag fuhren wir mit dem Bus nach Lillehammer, bekannt als Austragungsort der XVII. (könnt ihr noch römische Ziffern lesen?) Olympischen Winterspiele. Leider vermasselten uns Schneeregen, Nebelschwaden und Gesundheitszustand eine Wanderung zu der Olympiastätte. Wir gingen deshalb die Storgate (neudeutsch Mainstreet) mehrmals auf und ab, verschwanden in verschiedenen Kaffees und Geschäften, und fingen mit ersten Weihnachtseinkäufen an. Man kann ja nie früh genug damit anfangen. Das Gute hier an Norwegen ist, dass in den Supermärkten nicht, wie in Deutschland schon Oktober, angefangen wird mit Weihnachtsleckereien auf Kundenfang zu gehen. Das einzige woran man merkt, dass bald Weihnachten ist, ist die Eröffnung der Juleøl (Weihnachtsbier) - Saison. Und ich glaube, ich genehmige mir auch jeden Abend eins, denn schon zur Wikingerzeiten prostete man sich, zu Ehren der nordischen Götter, an. Ich proste Markus zu, dessen Alkoholkonsum wahrscheinlich nun auch noch mehr steigt, er aber lieber in seinen Blog schreibt, dass er trainiert. Ist ja auch verdammt lecker, manchmal mit Karamellgeschmack, manchmal stark wie Bockbier. Und als trinkfreudiger Deutscher ist es natürlich meine Pflicht, Norwegen vom letzten Platz des Pro-Kopf-Alkohol-Konsum (reiner Alkohol) zu holen. Und was sind schon 0,40 Euro Biersteuer (Dtl: 0,019 €) auf ein 0,2 Liter Glas? Irgendwie muss man sich doch die dunklen und kalten Nächte versüßen. Und ein Kamin allein tut es nicht. Wahrscheinlich werdet ihr auch hier bald von meinen ersten Brau- und Destillationsversuchen zu lesen bekommen. Muss mir nur noch das nötigte Zubehör aus dem Baumarkt beschaffen.

Doch eins das weiß ich schon; “Werd ich blind von zu viel Methanol, mische ich dazu mehr Ethanol”.

Gut, bin abgeschweift, Sonntag haben wir gebastelt!

Written by Kito in: Gjøvik |
Nov
10
2008
5

Schon erst Bergfest

Manche Dinge geschehen unerwartet und zufällig. Ich schaue so gerade auf meine Schreibtischunterlage an meinem mittlerweile gewohnten Arbeitsplatz, da sehe ich den Kalender. Oh, ein Kalender, denke ich und suche das heutige Datum. Mh, ganz schön weit hinten im Jahr. Da zählen wir doch mal die Wochen, die ich schon in Oslo bin und kommen auf 6. Dann erkenne ich, dass es noch ebenso viele Wochen bis zum Praktikumsschluss sind und plötzlich ist klar: ich habe Bergfest. Schon? Erst? Beides irgendwie.

Habe das Gefühl, jetzt erst gerade angekommen zu sein. Ihr wisst schon, so richtig da, hier lebend, im Alltag. Ja, ich lebe in Oslo. Welch wunderbarer Satz. Ich sage ihn gerne. Ich fühle mich hier wohl, könnte ruhig noch eine Weile hier bleiben, arbeiten, die Vorzüge der Stadt entdecken und kleine norwegische Eigenheiten ergründen. Ist gar nicht so schlecht hier.

Auf der anderen Seite holt mich Mittweida langsam wieder ein, fordert mehr und mehr meine Aufmerksamkeit. Es klafft ein großes schwarzes Loch in meinem allzu gut durchorganisierten Zukunftsplan nach meiner Ankunft am 2.1.2009 in Deutschland. Ab Januar bin ich wieder in big Mittweida, Studentin, deutschsprechend, kurz vor meinem Bachelorabschluss und somit kurz vor einem neuen Lebensabschnitt, der unweigerlich nach dem Studium folgt: ARBEITEN! Herrje, darauf bin ich noch nicht geeicht. Studieren fetzt schon. Dass die drei Jahre schon wieder rum sein sollen, ist unbegreiflich.

Da muss wohl jeder durch, ich als nächstes. Aber noch ist es ja nicht soweit, ich darf vielleicht auch nicht zu sehr in der Zukunft leben. Es zählt das Hier und Jetzt. Also nochmal zurück nach Oslo. Mir ist aufgefallen, dass man, kommt man in ein fremdes Land, doch immer zu seinen Landesmännern Kontakt sucht. Automatisch, obwohl man doch eigentlich die fremde Kultur ergründen möchte, trifft man sich mit Deutschen, freut sich über deutsches Bier, hört deutsche Lieder und kann nicht so richtig seine Heimatgefühle abstreifen. Betrachtet man beispielsweise unsere bisherigen Clubbesuche wird es noch deutlicher. Ich habe es bisher verschwiegen, aber jetzt kommt es ans Tageslicht: wir waren beim Osloer Oktoberfest. Das mag dem ein oder anderen Leser ein Kopfschütteln entlocken, wir fanden es lustig zwischen lederhosenbekleideten Norwegern und 20 deutschen Biersorten zu einer Blaskapelle zu schunkeln und alle zwei Minuten ein Prosit auf die Gemütlichkeit zu gröhlen. Ein weiteres deutsches Ereignis war die Lesung von Wladimir Kaminer vor zwei Wochen. 98% des Publikums beherrschten die deutsche Sprache, so dass die Dolmetscherin bald überflüssig war. Im Anschluss an die Lesung legte Kaminer persönlich auf und es entstand das Feeling einer Original Berliner Russendisko - schweisstreibend, pogend, ruckig russische Folklore-Rock-Mucke bis in die Morgenstunden. Wir fühlten uns wie in Deutschland.

Die Frage bleibt: Warum besucht man solch deutsche Veranstaltungen, wenn man zeitgleich auch norwegische Events hätte wählen können?

Merkwürdig. Vielleicht kommt ja noch der Umschwung, ich habe mir jedenfalls vorgenommen, während meiner verbleibenden Wochen in Oslo keine deutsche Musik mehr auf den iPod zu laden, hauptsächlich norwegische TV-Sendungen zu schauen und auch mal rein norwegische Events zu besuchen. Ein kleiner Anfang. Aber immerhin.

Written by Julius in: Allgemein, Oslo |

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