Sep
15
2009
2

Kito ist ein neuer Mensch!

Da man ja immer älter und nicht jünger wird, merkt man nun langsam hier und dort kleinere Wehwehchen; Sprunggelenk mit abnormaler Stellung, Halswirbelblockierungen, Handgelenkprobleme. Und da man als junger Erwachsener auch keine Lust hat, zum Arzt zu gehen, da dieser Gang immer so deprimierend ist, im Wartesaal neben Rentner zu sitzen und stundenlang zu warten, unterdrückt man einfach seine Schmerzen. Doch meine Mutter und mein Vater haben mir einen Gang zum Osteopathen empfohlen und dort war ich nun gestern.

Die Osteopathie wird in Deutschland ja noch als Quacksalber-Methode angesehen und von den Krankenkassen nicht getragen. Ein Gang zum Heilpraktiker kostet mich also zwischen 40-70 Euro. Ich verbrachte anderthalb Stunden auf dessen Liege und er drückte und quetschte mir sämtliche Wirbel und Knochen rein und raus. Er erstellt ein Krankheitsbild von dir und erkennt aufgrund der Knochenstellungen Unfälle und Verrenkungen, die ich in der Zeit, vor allem als Mountainbiker, hatte. Dann nimmt er dich in den Schwitzkasten, dann heißt es tief einatmen, ausatmen, und dort macht es dann knacks, Wirbel rein bzw. raus. Er hat dann festgestellt, dass alle meine Verletzungen vorwiegend auf der rechten Seite auftreten; Sprunggelenk, Kreuzbandriss, Handgelenk, …

Also hat er mich gerade gebogen und mich gewarnt, dass ich die erste Zeit noch wie ein Besoffener rumlaufen und falsch hantieren würde. Der Körper hat die größere Beanspruchung der rechten Seite immer über die Jahre kompensiert und so seine eigene gerade Stellung hergestellt und diese wurde nun wieder vernichtet. Schon beim Gang über den Parkplatz und später im Supermarkt habe ich gemerkt, wie ich immer gegen die Regale laufe, über die eigenen Füsse stolpere, mit dem Auto stärker nach rechts lenke (zum Glück gibt’s Fahrrandbegrenzungen) und beim Frühstück die Kaffeetasse falsch abstelle. Dies dauert nun noch 2 bis 3 Wochen an. Sport ist auch erstmal etwas tabu, da die Verletzungsgefahr mit den gelockerten Wirbeln und dem fehlenden Geradeauslauf größer ist.

Abschließend kann ich so einen Gang nur empfehlen; Sprunggelenk sieht zwar nicht besser aus, fühlt sich aber besser an, das Handgelenk arbeitet wieder tiptop und Hauptproblem Hals fühlt sich wie neu an, kein Knacksen und Springen mehr und die Kreuzbänder sind stabil. Mal sehen, wie es sich in den nächsten Wochen entwickelt, vielleicht bin ich ja auch dann der Beweis, dass die Osteopathie Heilungswirkungen erzielt, die über den Placeboeffekt hinausgehen.

PS.: Noch ein Verweis auf Svalbard folgender Teil. Die ersten Fotos wurden “entwickelt”. Obwohl digital aufgenommen, kann man bei einer Anzahl von ca. 1200 Fotos und einer Dateigröße von 30 MB pro Foto noch vom entwickeln sprechen; aussortieren, Farben etwas anpassen, … Nun heißt es noch einige Kleinere für den Blog fertig machen und online stellen. Dies wird nun in den nächsten Tagen passieren, also seid gespannt.

Written by Kito in: Allgemein,Svalbard |
Aug
26
2009
6

Svalbard-Bericht, Erster Teil

Wie viele von euch ja schon wissen, befinde ich mich derzeit auf Spitzbergen, dem noerdlichsten Archipel der Welt, auf 78 Grad noerdlicher Breite. Zusammen mit meinem Bruder Stefan und den Freunden Kenny, Claudia und Rico haben wir unsere Zelte hier fuer 17 Tage aufgestellt. Jetzt sind gerade die letzten 4 Tage angebrochen und ehrlich, wir wissen nicht mehr so richtig, wie wir die Tage noch rumkriegen sollen. In der ersten Woche haben wir eine Mammut-Tour unternommen, sind von Longyearbyen (NOR) nach Barentsburg (RUS) und wieder zurueck gewandert. Insgesamt 136 Kilometer in 7 Tagen. Vielleicht haetten wir uns einfach bisschen mehr Zeit dafuer lassen sollen. Aber die Tour war wunderschoen, ueber das Fjell, durch das Meer und das bei taeglichen Sonnenschein. Die restlichen Tage verbringen wir wie richtige Touristen in Longyearbyen, gehen ins Museum, zur Kunstausstellung und jeden Tag ins Kaffee. Vorgestern war auch der erste Tag an dem die Sonne das erste Mal wieder kurz am Horizont kratzte. Trotzdem bringt die Helligkeit einen ziemlich aus dem Zeitgefuehl. Nachts geht man erst gegen 1,2 ins Bett und schlaeft machmal bis um 8 und manchmal bis um 12. Man kann es kaum steuern.

Zurueck noch mal zur Tour. Da Spitzbergen eigentlich wegen seinen Eisbaeren sehr gefuerchtet ist, ist es zwingend notwendig eine Waffe am Mann zu haben. Wir hatten 2 K-98, aus dem 2. Weltkrieg, mit eingravierten Hakenkreuzen, eine Signalpistole und Baerendraht, den man nachts um das Zelt spannen sollte. Alles zusammen noch mal so schwer wie ein einzelner voller Rucksack. Da wir nun die Waffen auch nicht mehr brauchten, haben wir sie zurueck zur Waffenausleihe gebracht, eine Woche eher als geplant. Geld haben wir dafuer aber nicht wieder gesehen. Bezahlt ist bezahlt hat man uns gesagt. Also falls jemand das liest und mit dem Gedanken spielt nach Spitzbergen zu reisen, geht nie zu Ingenieur Paulsen. Er ist ein Arsch durch und durch und geldgierig, obwohl ein Norweger.

Von den versprochenen Eisbaeren haben wir leider auch nichts gesehen. Somit ist mein Traum, einen Baeren in freier Natur zu sehen, immer noch nicht in Erfuellung gegangen. Weitere Touren mussen folgen. Vielleicht ja mal nach Kanada. Trotzdem gab viel in Flora und Fauna zu betrachten. Rentiere, Belugas, Polarfuechse, Schneehuehner und und und. Da wir Mister Pelz nicht trafen war das gefaehrlichste Tier die Kuestenseeschwalbe. Geht man am Strand spazieren musste man immer einen Stock ueber den Kopf halten, da dieser Vogel es immer auf unsere Koepfe abgesehen hatte. Stefan hat es einmal erwischt, da er am Anfang noch ueber die angebrachten Hinweisschilder gelacht hatte.

Wenn man in die Staedte Longyearbyen oder Barentsburg kommt sieht es fuer mich immer nach Schrottplatz aus. Longyearbyen schneidet noch bisschen besser ab als Barentsburg. Ueberall liegt verrosteter Stahl rum, alles dreckig von der Kohle und kein bisschen gruen. Auf Dauer kann man es hier gar nicht aushalten, deshalb freu auch mich bald, dass es wieder heisst, zurueck in die Heimat.

Written by Kito in: Svalbard |

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