Mrz
11
2009
1

Zurück im Alltag

Der Roadtrip ist leider schon wieder vorbei und der Alltag hat mich wieder gefangen. Wahrscheinlich aber auch noch nicht so richtig, denn ich hab mir auch was schönes mitgebracht, nämlich eine Erkältung die mich erst mal ans Bett fesselt. Heute geht es mir aber schon wieder kräftemäßig besser und ich schaff den Gang an den Schreibtisch und schreibe den Bericht.

Freitag nachmittag ging es dann für Alessio, Clementine und mich los mit Richtung Nordwesten ohne Plan und Zeitdruck zum Sognefjord, den längsten Fjord Norwegens. Aus dem gemieteten VW Lupo ist ein Volvo C30 gewurden und damit auch viel mehr Platz und Luxus pur. Leider gab es aber keine Spikebereifung und ein Hinterreifen war falsch aufgezogen, doch zu Schaden kam keiner, nur zwei Beinahe-Unfälle. Es stellt sich nun die Frage braucht man Spikes oder nicht? Um an die Westküste zu gelangen mussten wir 2 Fjelle (Hochgebirge) durchqueren, dass heißt Schnee in Massen, nur leicht geräumte Strassen und glatt wie auf der Schlittschuhbahn. Gewünscht hätten wir sie uns schon. Am Fjord (Küste) dann der totale Wetterumschwung 12 Grad, Sonnenschein, blauer Himmel und alles grün. Also, Spikes fehl am Platz.

Los ging es in Gjøvik auf der 33 vorbei an Dokka Richtung Fagernes. Beides kleinere Ortschaften und bekannt als Tor zu den Skizentren Beitostølen und Hemsedal. Für uns gab es den ersten obligatorischen Statoil Stop. Aufklärung! Ich glaub Markus hatte auch schon mal davon berichtet. Bei Statoil kann man sich für 129,- NOK einen Thermosbecher kaufen, den man dann an allen Statoil-Stellen kostenlos mit Kaffee auffüllen kann. Gutes Marketing, gehalten haben wir nämlich nur bei Statoil. Und es ist schon lustig mit anzuschauen, wie alle an diesen Tankstellen mit dem Becher in der Hand aussteigen, Kaffee holen und weiterfahren. Wie viel wir getrunken haben, weiss ich nicht mehr, aber es war auf jeden Fall 2-stellig. Muss man ja auch wieder reinholen, die 15 Euro. Unterwegs trafen wir auch unseren ersten Elch. Nächster Stop hieß dann Borgund. In Borgund steht das besterhaltenste Beispiel norwegischer Holzbaukunst und der älteste Holzbau Europas; die 1180 errichtete Stabkirche. Unheimlich war es schon ein bisschen, denn immerhin erreichten wir den Prunkbau in völliger Dunkelheit. Trotzdem konnten wir uns mit Stirnlampen bewaffnet frei auf den Friedhof bewegen und einen guten Eindruck von der alten Holzkirche machen. In Erinnerung wird sie uns auf jeden Falle bleiben, gerade wegen der Finsternis.

Weiter ging es Richtung Lærdal, und da uns dieses Dörfchen mit den 160 alten unter Denkmalschutz stehenden Häuschen so gefallen hat, beschlossen wir die Nacht hier zu verbringen. Doch leider ist gerade keine Saison und damit hatten nur 2 Pensionen geöffnet und die waren natürlich beide voll belegt. Also mit der Fähre Richtung Sogndal. Dort fanden wir auch dann ein schönes Appartment und schlugen uns den Magen mit Spaghettis voll.

Am nächsten Morgen beschlossen wir das Jostedalen hinaufzufahren, um uns den Nigardsbreen (Gletscher) anzuschauen. Hoch sind wir gekommen, aber gesehen haben wir nichts. Der Schnee fiel in Unmengen vom Himmel auf Unmengen die bereits auf dem Boden lagen. Also zurück zum Fjord. Dort begrüßte uns die Sonne mit einem strahlend blauen Himmel. Ach, und unterwegs haben wir einen Wal und Robben getroffen. Fantastisch dieses Land. Den ganzen Tag haben wir nur in der Sonne mit unserem ersten Eis am Fjord verbracht, mit Fähren rumgefahren und die Landschaft genossen. Leider sind über die Wintermonate noch viele Strassen über die Berge gesperrt, auch wir mussten das mehrere Male am eigenen Leib erfahren, aber so konnten wir dann dort übernachten, wo wir schon die erste Nacht übernachten wollten, nämlich in Lærdal.

Sonntag sind wir dann durch den längsten Strassentunnel der Welt, 25 Kilometer, nach Flåm, zur Flåmbann (Eisenbahn durchs Gebirge) gefahren. Die Flåmbann gehört mit zu den TopTen Sightseeing Attraktionen Norwegens, uns aber zu teuer. Eine Fahrt für die 20 Kilometer kurze Zugstrecke kostet 330,- NOK pro Person. Wir nahmen dann die Strasse mit dem Auto neben der Bahnschiene. Und wir konnten halten wo wir wollten und nicht der Schaffner.

Nun hieß aber auch schon Schluss mit der Westküste, denn immerhin lag noch eine 5-stündige Autofahrt Richtung Gjøvik vor uns. Unterwegs hielten wir noch mal bei Tageslicht an der Stabkirche von Borgund und bei mehreren Statoil Tankstellen. Insgesamt fuhren wir am Ende 900 Kilometer durch traumhafte Landschaften, haben den Winter in den Bergen gefühlt und den Frühling im Fjord gesehen. Und einig sind wir uns allemal; das muss man öfter machen.

Bilder gibt’s unter Beweisfotos, leider noch unsortiert.

Written by Kito in: Gjøvik |
Dez
03
2008
2

Südpaket

Montag Abend war es endlich so weit. Nachdem mich die Hauptpoststelle auf eine kleinere Poststelle weitergeleitet hatte, konnte ich das Weihnachtspaket meiner Eltern endlich entgegen nehmen. Vielen, vielen Dank auf diesem Wege. Insgesamt bestand das Paket aus 10 Kilo Süssigkeiten. Christian wird jetzt wahrscheinlich kugelrund und kriegt nen Bart. Aber wie versprochen gebe ich eine Hälfte an Julia ab.

Written by Kito in: Gjøvik |
Dez
03
2008
0

Det snør… igjen!

Pünktlich zum Dezemberanfang hat der Winter hier oben Einzug erhalten. Nun schneit es, ungelogen, schon seit Sonntag Abend durch und ich bin nur noch in den dicksten Winterstiefeln unterwegs. Die Fusswege sind nicht geräumt, die Strassen glatt wie Sau und hinzu kommt noch die Dunkelheit; auf den Bergen (-> Gjøvik hinter den Bergen gen Osten) verabschiedet sich die Sonne um 3 Uhr.

Am Wochenende hatte ich noch ein schlechtes Gefühl, was den Winter anbelangt. In der Stadt ging der Schnee von Samstag auf einmal komplett in Regen über, und ich fühlte mich wieder wie in Mittweida. Als ich dann am Sonntag eine kleine Wanderung in die Berge unternommen hatte und aus dem Nebel noch nicht mal 100 Höhenmeter gestiegen war, gab es kein Regen mehr sondern nur noch Schnee, Schnee, Schnee, knietief und Sonne pur.

Und die Moral von der Geschichte, es wird Zeit, sich ernsthaft nach paar Skiern umzuschauen!

Written by Kito in: Gjøvik |
Nov
12
2008
2

Auch der Kito…

… muss mal wieder was schreiben, nachdem ich mich mit Kopf & Gliederschmerzen (vielleicht ne norwegische Grippe!?) schon seit einer Woche rumplage und mehr Zeit mit dick-zugedeckt-im-Bett-liegend-und-Schal-tragend verbracht habe, scheint es endlich langsam wieder bergauf zu gehen. Außerdem scheint die Sonne und das Thermometer kratzt an der 0º-Grenze. Jetzt wird erst mal schlechtes Wetter und schlechte Laune zur Seite geschoben.

Man wird es kaum glauben, aber das schon zurückliegende Wochenende waren wir nicht, wie sonst, in Oslo unterwegs, sondern bei mir auf dem Lande. Als Julius’ Zug sich freitags hier schnaufend den Berg hochgekämpft hat, fing es auch zeitgleich wieder an zu schneien. Herrlicher Empfang. Kämpften uns dann rutschend mit Julius’ bekannten Stadtstiefeln hoch zum auf dem Berg befindenden Studentenwohnheim; und der Schnee stieg prozentual mit den Höhenmetern. Leider war und ist schon wieder alles weg.

Am Samstag fuhren wir mit dem Bus nach Lillehammer, bekannt als Austragungsort der XVII. (könnt ihr noch römische Ziffern lesen?) Olympischen Winterspiele. Leider vermasselten uns Schneeregen, Nebelschwaden und Gesundheitszustand eine Wanderung zu der Olympiastätte. Wir gingen deshalb die Storgate (neudeutsch Mainstreet) mehrmals auf und ab, verschwanden in verschiedenen Kaffees und Geschäften, und fingen mit ersten Weihnachtseinkäufen an. Man kann ja nie früh genug damit anfangen. Das Gute hier an Norwegen ist, dass in den Supermärkten nicht, wie in Deutschland schon Oktober, angefangen wird mit Weihnachtsleckereien auf Kundenfang zu gehen. Das einzige woran man merkt, dass bald Weihnachten ist, ist die Eröffnung der Juleøl (Weihnachtsbier) – Saison. Und ich glaube, ich genehmige mir auch jeden Abend eins, denn schon zur Wikingerzeiten prostete man sich, zu Ehren der nordischen Götter, an. Ich proste Markus zu, dessen Alkoholkonsum wahrscheinlich nun auch noch mehr steigt, er aber lieber in seinen Blog schreibt, dass er trainiert. Ist ja auch verdammt lecker, manchmal mit Karamellgeschmack, manchmal stark wie Bockbier. Und als trinkfreudiger Deutscher ist es natürlich meine Pflicht, Norwegen vom letzten Platz des Pro-Kopf-Alkohol-Konsum (reiner Alkohol) zu holen. Und was sind schon 0,40 Euro Biersteuer (Dtl: 0,019 €) auf ein 0,2 Liter Glas? Irgendwie muss man sich doch die dunklen und kalten Nächte versüßen. Und ein Kamin allein tut es nicht. Wahrscheinlich werdet ihr auch hier bald von meinen ersten Brau- und Destillationsversuchen zu lesen bekommen. Muss mir nur noch das nötigte Zubehör aus dem Baumarkt beschaffen.

Doch eins das weiß ich schon; “Werd ich blind von zu viel Methanol, mische ich dazu mehr Ethanol”.

Gut, bin abgeschweift, Sonntag haben wir gebastelt!

Written by Kito in: Gjøvik |
Okt
29
2008
3

Ihr werdet es nicht glauben …

Und es schneit schön weiter vor sich hin.

Und es schneit schön weiter vor sich hin.

… aber so wird es bald sieht es bei mir aus.

Written by Kito in: Gjøvik |
Okt
28
2008
3

Der Winter klopft an!

Heute früh zeigte sich die Landschaft das erste Mal fast komplett in weiss. Leider war es nur der Nachtfrost, doch gegen Abend ging Regen in leichten Schneefall über. Und nachdem Julius rausgefunden hat, dass die Schneekanonen in Trysil schon in Betrieb sind, würde ich sagen, der Winter kommt.

Written by Kito in: Gjøvik |
Okt
24
2008
1

Heute …

… habe ich ein bisschen verschlafen. Aber wem interessiert das hier schon :-) Na ja gestern war Donnerstag und das ist hier der Tag der Party, dementsprechend laut war es auch in meinem Wohnheim, die letzten Türen wurden heute früh kurz vor 6 Uhr zugeschmissen. Dafür gab es heute früh so einen Ausblick:

Blick von meinem Wohnheim

Written by Kito in: Gjøvik |
Okt
22
2008
0

Es wird kälter …

…, denn heute waren die Pfützen zugefroren. Aber der See leider noch nicht. Kurze Info mal zu dem See. Der See heißt Mjøsa und ist der größte und tiefste (468m!!!) See Norwegens. Von Süden bis zum Norden sind es 117 km und die breiteste Stelle beträgt 15 km. Und die ist wirklich breit, ansonsten ist der See gerade mal überall ca. 1km breit. Aber auf was ich jetzt eigentlich hinaus wollte ist, da der See nur von einer Brücke (mit 1.420 m die viertlängste Norwegens) gekreuzt wird, warten die Leute gespannt auf den Frost, damit sie dann mit dem Auto!!! einfach so auf die andere Seite fahren können. Ist das nicht Wahnsinn! Die fahren dann einfach mal so über den tiefsten See. Ich wünsche denen alle schon mal lykke til (viel Glück).

Written by Kito in: Gjøvik |
Okt
07
2008
6

Es kommt der Tag …

… an dem die Autos freigekratzt werden. So wie heute. Das bedeutet, es ist kalt und wird noch kälter.

Written by Kito in: Gjøvik |
Okt
05
2008
0

Kito meldet sich mal zu Wort

Auch die norwegische Bahn hat mal Verspätung. Nachdem ich mich nun schon zum dritten Male innerhalb einer Woche von Oslo aus in die Gjøvikbanen (die Bahn nach Gjøvik :-) ) gesetzt habe, merkte ich schon kurz nach der Abfahrt, dass etwas nicht stimmt. Da hat doch nicht etwa meine Bahn die ehrenvolle Aufgabe das neue Gleisbett mit einem Wahnsinns-Schneckentempo einzufahren. Nach fast einer halben Stunde habe ich immer noch auf das wunderschöne Oslo hinunter geblickt. Leider hab ich damit auch meinen Bowling-Abend in Gjøvik verpasst ;-) . Nachdem es kurz nach der Abfahrt in Oslo richtig zu regnen anfing, konnte ich auf dem Berge schon wieder die Abendsonne genießen, aber ich hatte das Gefühl, dass ich hier schon auf eine gefrorene?!? Pfütze getreten bin. Und da Bowling nicht war habe ich meine Stiefel geschnürt und bin mal auf den nächsten Berg hoch und in dunkelster Finsternis wieder runter.

So, nachdem schon Julius bisschen das Wochenende geschildert hat, kann ich euch mal erzählen, was ich hier so mache. Also ich absolviere derzeit mein Pflichtpraktikum für 5 Monate an der Høgskolen i Gjøvik. Mein Praktikum sieht so aus, dass ich mit dem berühmtesten Director of Photography Norwegens, John Christian Rosenlund, zusammenarbeite. Sein Büro war nur so voll von Emmys und anderen Auszeichnungen. Zumindest hat er eine Idee im Kopf, wie man die ganze Produktion eines Kinofilmes (letzten Freitag war seine letzte Premiere, derzeit dreht er schon wieder in Stavanger) vereinfachen kann. Von dieser Idee hat er mir 4 Stunden lang erzählt und ich habe gespannt zugehört und Kaffee getrunken. Nun liegt es an mir, in wie weit ich Teile seiner Idee realisieren kann. An seinem Projekt arbeiten auch noch andere namhaften Firmen mit, wie zum Beispiel RED ONE (Oakleys Kameraschwester) und die Firma Apple. Mein Tutor hat gerade von denen einen neuen Mac Pro geschenkt bekommen und er war die ganze Woche damit beschäftigt ihn einzurichten. :-)

So, dass muss erstmal kurz reichen, hab ja immerhin einen Vertrag unterschrieben nicht zu viel zu erzählen. :-)

Written by Kito in: Gjøvik |

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