Jun
08
2010
0

Endlich Sommer – Endlich Draußen sein!

Ups, schon wieder eine ganze Weile her seit dem letzten Eintrag. Aber ehrlich: seitdem ich eh mindestens 8 Stunden täglich beruflich im Web unterwegs bin und für meinen Job blogge, twittere und surfe, sinkt die Lust, auch privat eben diese Tätigkeiten auszuüben. Viel viel viel Lieber bin ich bei diesem wunderbaren Wetter draußen unterwegs. Und so waren unsere vergangenen Wochenenden von Outdooraktivitäten geprägt.

Mitte Mai ging es zusammen mit Viv, Alex und Frasier nach Oslo. Wieder einmal stand Fähnchenschwenken, Nationalhymnesingen und Eisessen zum Nationalfeiertag Norwegens auf unserem Programm. Einfach wunderbar! Krabbenessen, Bootfahren, die Stadt entdecken. Wir suchten uns bisher unbekannte Stadtviertel auf, ließen uns treiben und genossen die Zeit in Norwegen. Ja, eine lustige Zeit, nicht zuletzt aufgrund unseres Überraschungsbesuchs, der uns Lachtränen in die Augen zauberte.

Aber seht selbst: Bilder unter “Beweisfotos“.

Dort seht ihr auch Fotos von unserm nächsten Wochenende – Paddeltour in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gruppenstärke an diesem Wochenende: 15 Mann. Trotzdem liefen die drei Paddeltage sehr chillig ab. Tagsüber paddeln, abends schön Zelte aufbauen, am Lagerfeuer sitzen und Gitarrenmusik lauschen. Schick.

Eine ähnlich große Gruppe, 12 Mann, machte es sich ein Wochenende später zur Aufgabe, die Boofen in der Sächsischen Schweiz zu erkunden. Ein intensives Naturerlebnis. Noch nie habe ich in der Sächsischen Schweiz gebooft. Achso, für alle Stadtkinder: boofen bedeutet “Schlafen unter freiem Himmel”. Heißt: man sucht sich einen Felsvorsprung, breitet seine Isomatte aus und schläft unterm Sternenhimmel ein. Es ist erstaunlich, wie weit weg man sich von jeglicher Zivilisation fühlt. Dabei ist es nur eine halbe Autostunde von Dresden  entfernt. So verlebten wir ein sehr ruhiges, ausgeglichenes Wanderwochenende mit netten Leuten und einprägsamen Momenten.

So, naja, ähm, war ja gar nicht so schwer  ;-) Vielleicht sollte ich mir doch des Öfteren wieder vornehmen, einen kurzen Lagebericht zu verfassen.

Schaut euch die Beweisfotos an!

Nächstes Mal meldet sich vielleicht wieder Kito – wahlweise mit einem Bericht aus Rom oder von seiner Diplomarbeit.

Euer Julius

Written by Julius in: Allgemein,Oslo,Urlaub |
Mai
26
2009
2

Kaputt gespielt

He liebe Leser,

oh Mann, die Sonne brennt, es ist schwül, eigentlich nix für meine skandinavische Haut. Der Tag ist zäh und daher auch ziemlich unproduktiv. Hinzu kommt die körperliche Erschöpfung, die eindeutig aus den vergangenen beiden Wochenenden resultiert. Was da los war? 

Das Wochenende vom 16. bis 18. Mai verbrachten wir wie angekündigt im wunderbaren Oslo, feierten den Nationalfeiertag und verhielten uns wie echte kleine Norweger. Fähnchen, Schleife, Nationalfarben, Mitfeiern und Winken. Ein richtig gelungener Tag, der dadurch gekrönt wurde, dass wir uns in den Zug der Schüler einreihten und mit ihnen vor das Schloss zogen. So standen auch wir für ein paar Sekunden unter dem Schlossbalkon, von dem uns eine freundlich royal lächelnde Königsfamilie zuwinkte. Was für ein großer Augenblick. Insgesamt zeigen wir in Norwegen schon beinahe mehr Patriotismus als im eigenen Lande. Komisch, aber wahr.

Weil ich zu faul zum Schreiben bin und Bilder sowieso mehr sagen als 1000 Worte, verweise ich an dieser Stelle gern einmal mehr auf die Kategorie Beweisbilder. Schaut mal rein!

So, am Montag, den 18. Mai landeten wir also wieder im heimatlichen Berlin. Schnell Sachen auspacken, Rucksack ausleeren, und die nächste Tour vorbereiten. Denn von Mittwoch bis Sonntag hieß es: Paddeltour auf der Unstrut. Sagt euch nix? Mir vorher auch nicht. Die Unstrut ist ein Fluss, der in Naumburg in die Saale mündet und sich vorher durch die idyllische Landschaft Sachsen-Anhalts schlängelt. Eine wunderbare Gegend, die ich vorher nicht kannte.

Sechs Mann, ein Hund, vier Boote und Outdoorausrüstung – und schon gings los. Einfach treiben lassen, Baden, Biwaken und die Natur genießen. So verbrachten wir vier einmalige Tage. Echt, es ist schwer, diese Erlebnisse für Außenstehende in Worte zu fassen. Insgesamt war es eine runde Tour, von der wir völlig erschöpft und glücklich wieder heimgekehrt sind. Ich fühl mich gut, gesund, bin schon ein bisschen braun geworden und merke bei solchen Aktionen sehr deutlich, wie wohl ich mich in der freien Natur fühle.

Gutes Schlusswort, wie ich finde.

Bis demnächst

Euer Julius

Written by Julius in: Heimat,Oslo |
Dez
30
2008
3

Die letzten Tage …

… sind angebrochen. Wir sind gerade aus unserem Super-Ski-Urlaub in Trysil zurück. Aber schaut selber; unter Beweisfotos gibt’s Fotos mit jeder Menge Schnee, Wind und Hüttenzauber.

Es war ein überaus gelungener Urlaub. Wie geplant wurde es in unserer kleinen, weil nur 20qm-großen Hütte, dank Kaminfeuer, Aussicht auf einen zugefrorenen Fluss, Buch und Waldidylle schnell romantisch. Das von unserer Hütte nur vier Kilometer entfernte und Norwegens größte Skigebiet war bestens für unsere Ansprüche. Böse Zungen hatten im Vorfeld immer behauptet, in Norwegen seien die Skigebiete klein und langweilig, die Hänge nicht steil und lang genug. Klar, es sind nicht die gewohnten Alpen. Trotzdem hatten wir auf den 70, meist leeren, Pisten unseren Spaß. Ich habe Telemarkskier lieben gelernt und Julia hat ihre kürzlich gekauften Twintips eingefahren.
Heiligabend verlief auch sehr ruhig, angenehm ruhig. Es ist merkwürdig, ganz ohne Familie, aber auch echt schön mal zu zweit in einer Hütte Weihnachten zu feiern. Abends gab es DAS norwegische Traditionsweihnachtsessen – Pinnekjøtt. Für alle die es nicht kennen: getrocknetes Schaffleisch wird in einem Topf auf Birkenhölzer geschichtet und mindestens drei Stunden “gedämpft”. Dazu gibts Kohlrabimus und Kartoffeln. Gut, Gans wäre auch wieder lecker gewesen. Aber wir wollten ja norwegische Weihnacht und da gehört Pinnekjøtt eben dazu. Fazit: kann man essen, nix ekliges, aber auch nichts für jeden Tag.

Gerade sind wir dabei, die Kammer von Julia aufzuräumen und übergabefertig zu machen. Ihr wisst gar nicht, was sich alles so in 3 Monate Oslo ansammeln kann. Postkarten, neue Klamotten, Heftchen, dies und das, Krimskrams. Der Wahnsinn!
Alles einpacken, aussortieren, verschenken, Bude durchwischen und fertig. Endlich.
Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit, als wir das letzte mal in das kleine Studentenwohnheimzimmerchen schauen und endgültig zuschließen. Tschüßi, Kringsjå.

So, jetzt wird noch ordentlich Silvester in Oslo zelebriert und dann starten wir in ein nicht weniger ereignisreiches Jahr 2009!

Habts gut, kommt gut rüber, verdünnt den Alkohol nicht zu stark und nehmt euch nicht zuviel vor fürs neue Jahr!

Kito und Julius

Written by Kito in: Allgemein,Oslo |
Dez
18
2008
0

Das Jahr neigt sich dem Ende …

… und die letzten beiden Arbeitstage sind hier in Norwegen angebrochen. Aber zum Glück bleiben wir noch ein bisschen länger. Wer es noch nicht weiß, am Sonntag fahren wir zum Skifahren für eine Woche nach Trysil, Weihnachten inklusive.

Auf was ich aber hinaus will, ist das letzte Wochenende. Um nicht wie zwei kaltblütige Anfänger, na gut Julia war bis jetzt schon unzählige Male skifahren in Tryvann, auf der Piste zu stehen, haben wir letzten Freitag den Frozen Friday mitgenommen. 50% Discount für Studenten auf den Skipass. Welch Glück Student zu sein. Und um den ganzen noch einen draufzusetzen, habe ich mich das erste Mal in meinem Leben auf Telemarkski gestellt. Der Liftboy in der Skiausleihe (wo ich 490,- NOK ausgegeben habe), den ich um Rat und Tipps gebeten habe, hat nur gemeint, er hat es selber noch nicht probiert, da es zu schwierig aussehen würde. Wow, wie aufbauend. Ich habs gemacht und bin gleich beim losfahren nach vorn gekippt. Aber, nicht meine Schuld, die Ski waren falsch gewachst und klebten fest wie Kaugummi am/im Schnee. Schnell behoben und dann ging es ab, nach 4-5 Fahrten hat man den Dreh raus und geschwindt (sehr) ging es die Piste runter. Ich sage nur, ein toller Spaß und sogar mein Knie hat nicht gemeckert. Jetzt freue ich mich schon tierisch darauf, irgendwann mal zusammen mit meinem Bruder den Telemarkfreeheeler die Pisten unsicher zu machen und Touren zu unternehmen.

Sonnabends haben wir noch die letzten Weihnachtseinkäufe getätigt und werden uns wohl gegenseitig dicke Pullover gegen die Kälte in Trysil schenken. Julius hat ein bissl Angst, da sie meinen, den ich ihr schenken werde, noch nicht gesehen hat, aber meint, man bräuchte auch mal einen zum tapezieren :-( (Wo wollen wir denn tapezieren?)

Am Sonntag, das Wetter war leider nicht ideal, sind wir zusammen mit Katja raus, um den Nationalsport der Norweger, nein nicht Eishockey, Skilanglauf zu probieren. Was heißt hier probieren, eigentlich können wir es ja, nur leider ist die Gegend bisschen steiler als im Erzgebirge und Julius hatte ihre Mühe Not mit den Abfahrten. Das Resultat war ein gebrochener Skistock und ne blutende Nasse. Auf der Piste sah es aus, als hätten wir einen Elch überfahren und alle Norweger machten einen großen Bogen darum, um nicht ihren Wachs zu ruinieren. Am Ende kamen wir aber trotzdem auf 11 Kilometer mit Zwischenstopp in einer Baude. Abends gabs als Seelentröster echten Deutschen Kassler mit Rosenkohl und ich denke nächste Woche in Trysil wird auch Julia wieder darauf brennen eine Runde skilanglaufen zugehen. In diesem Sinne, zurück zur Arbeit.

Written by Kito in: Oslo |
Dez
17
2008
2

Langzeitschäden

Ich habe durch Zufall diese Liste gefunden und möchte sie euch nicht vorenthalten.

Dass Sie sich schon zu lange in Norwegen aufhalten, können Sie daran erkennen:

  • Sie kommen immer mehr zu der Überzeugung, dass ohne den Einsatz der Norweger die Welt wahrscheinlich in Kürze dem Untergang geweiht sein würde.
  • Sie bestellen nur Ihr eigenes Bier an der Bar, auch wenn Sie in einer Gruppe von Leuten unterwegs sind.
  • Es überrascht Sie nicht, wenn die Person, die direkt vor Ihnen geht, Ihnen die Tür nicht aufhält.
  • Wenn Sie von einem Fremden auf der Straße angelächelt werden, nehmen Sie an, dass:
    A) Er betrunken ist.
    B) Er verrückt ist.
    C) Er Amerikaner ist.
    D) Alle diese Punkte auf ihn zutreffen.
  • Sie denken, es gäbe kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung.
  • Es normal, um 11 Uhr das Mittagessen und um 15 Uhr das Abendessen einzunehmen.
  • Sie können Fisch auf fünf verschiedene Arten zubereiten, ohne dass er gekocht wird.
  • Sie verbringen Ihre gesamte Freizeit unter freiem Himmel – das Wetter spielt dabei keine Rolle.
  • Sie achten bei Treffen mit Freunden auf schicke Kleidung, bei der Arbeit ziehen Sie sich leger an…

Manch einen mag diese Liste verwundern. Aber ich finde mich tatsächlich darin wieder. Es stimmt auf jeden Fall. Ich könnte die Liste sogar noch erweitern…

Written by Julius in: Eigenarten,Oslo |
Dez
09
2008
2

Mein Oslo

Schon Dienstag und doch erst Wochenanfang. Ja, ein langes Wochenende hat vielerlei Vorteile. Nachteil für den Leser: er muss noch einen Tag länger auf meinen gewohnten Wochenendbericht warten. Lieber Leser, du seist erlöst, denn hier kommt der Bericht.

Dieses Wochenende war Papsi zu Besuch in Oslo. Im übergewichtigen und daher bei ryanair teuer bezahlten Koffer schmuggelte er reichlich Nikolausgeschenke, Süßigkeiten, Alkohol und Nahrungsmittel nach Oslo. Was für eine Freude! Am meisten habe ich mich wohl über die Flasche Rum und das Kassler gefreut. Mag komsich klingen, aber ich hege hier wirklich einen Heißhunger auf Fleisch. Dank dieser Mitbringsel und des Pakets von Kitos Mum sind wir nun bestens ausgestattet in Sachen Adventsnaschereien und deutscher Lebensmittel. Vielen lieben Dank an die Überbringer und Knecht Ruprecht.

Nun aber zum eigentlichen Wochenendplan. Ich habe mir natürlich schon im Vorfeld eine Menge Gedanken über den Verlauf der Besuchstage gemacht. Jeder einzelne Schritt war geplant. Die einzige Variable war das Wetter. Aber sogar das hat meinen Erwartungen entsprochen. Es war eine merkwürdig Situation, denn bisher war ich immer zu Besuch bei Papa und er organisierte. Nun war ich an der Reihe, wollte Oslo von seiner besten Seite zeigen und damit imponieren.

 

Das hat, glaube ich, auch geklappt. In Kurzversion unternahmen wir samstags: einen Stadtrundgang, Besuch des Weihnachtsmarktes und des Fram-Museums, Essen beim Mongolen. Sonntag folgten dann: eine Fährfahrt auf dem Oslofjord, Bergfahrt zum Winterpark Tryvann, Besuch des Frognerseteren-Cafes und der Mikrobrauerei, Essen beim Inder. Klingt viel, war auch viel. Es waren sehr intensive, wunderschöne, erlebnisreiche und spannende Tage. Papa hielt alles in gewohnter Weise in Bildern fest. Sicher stelle ich die ein oder anderen Beweisfotos noch auf die Seite.  

Öffentlicher Aufruf an Paps: vielleicht kannst du ja noch ein kurzes Statement zu dem Wochenende abgeben. Für uns war es wunderschön, warst ein angenehmer Besuch. Wir hoffen, dir hat es rundum gefallen in unserem Oslo! Liebste Grüße!!!

Written by Julius in: Allgemein,Oslo |
Nov
27
2008
0

Saison eröffnet

Der Startschuss ist gefallen, das lange Warten ist beendet. Gestern eröffnete endlich das Osloer Skigebiet Tryvann. Sicher, es ist vornehmlich Kunstschnee aus der Schneekanone, dafür aber sehr gut präpariert. Zur Feier des Tages sponsorte der Betreiber gratis Liftkarten für die Zeit zwischen 16 und 22 Uhr. Nun ratet mal, wer gestern einer der erste am Lift war? Katja und ich. Wir waren so aufgeregt, das Herz pochte schon den ganzen Tag, sehnsüchtig freuten wir uns auf den Feierabend und die Saisoneröffnung. Der Wahnsinn, einfach mit der Metro auf den Berg gefahren und schon erschließt sich dem Wintersportfreund ein weitläufiges Skigebiet. Wir freuten uns wie kleine Kinder, als wir endlich die Bretter unter den Füßen hatten und die Abfahrt vor uns lag. Mit uns waren etwa 150 Osloer Jugendliche am Hang, der Altersdurchschnitt betrug etwa 20 Jahre. Wow, die Norweger können einfach jeden Sport. Zeitweise stand ich einfach nur da und bewunderte die Kunstfertigkeit und Eleganz, mit der sie ihre Spuren in den Schnee setzten. Tricks, Drehungen, Sprünge – das alles ist für sie gar kein Problem. Dazu die neueste Ausstattung am Leib und schon sehen sie wahnsinnig cool aus. Es war ein richtig schöner Abend. Skifahren in Oslo, ich kann es immer noch nicht glauben. Das ist das Beste an dieser Stadt: sie liegt am Fjord, wird umringt von Bergen und bietet so Badestrände, Bootsausflüge, Skigebiet und Wandertouren gleichzeitig. Bin begeistert.

Written by Julius in: Allgemein,Oslo |
Nov
25
2008
1

Lambchop

Am Wochenende haben wir einen erneuten Versuch gestartet zu einem Lambchop Konzert zu gelangen. Der erste Versuch liegt nachgerechnete viereinhalb Jahre zurück. Damals spielten sie in Leipzig in der Moritzbastei, eher zufällig draufgestossen, gab es damals natürlich keine Karten mehr. Auch gab es niemanden der versuchte davor noch Karten an den Mann und die Frau zu bringen und ein Kellerfenster zum durchschlupfen war auch nicht vorhanden. Also haben wir uns diesmal die Karten schon vorher für 100,- Kronen (11,- €, Wechselkurs heute) besorgt und uns Woche für Woche auf das Konzert gefreut.

Das Konzert fand in unseren Lieblingslocation (neben dem Mono, später dazu mehr) Chateu Neuf statt und wir waren sichtlich erstaunt, welch Konzertsaal sich noch in diesem Gebäude versteckte. 

Die Band Lambchop (englisch und bedeutet soviel wie Lammkotelett), stammt aus der amerikanischen Hauptstadt des Bundesstaats Tennessees und Hauptstadt der Country-Musik Nashville (Johnny Cash Fans wissen bescheid). Die Band ist ein bis zu 18-köpfiges Kollektiv um den ehemaligen Parkettleger Kurt Wagner. Zu unserem Konzert bestand die Band aus insgesamt 7 Musikern und kann so ganz gut im Kleinbus durch Europa touren. Kurt Wagner selbst schreibt sowohl Texte als auch die Musik. Diese und seine tiefe, verrauchte (Selbstzitat: “… rauchfrei anderthalb Stunden am Tag, wenn er ein Konzert gibt …” ) Bassstimme machen den Charakter der Band aus.

So war es ein herrlich schönes Konzert und hoffentlich nicht das Letzte. Jeder, der Mal die Möglichkeit besitzt zu so einem wunderschönen Country-Soul-Folkpop-und-was-sonst-noch Konzert zu gehen, wird dies nur empfohlen. Schöne Texte die meistens von alltäglichen Situationen handeln, Instrumente die perfekt beherrscht werden und die geniale Stimme Kurts reißen einen sofort in ihren Bann. Die Musik strahlte eine so schöne Gelassenheit und Zerbrechlichkeit aus, man konnte sich einfach in den Konzertsaalsessel zurücklehnen und der Musik und den Texten lauschen, so wie wir es auch getan haben. Die ganze Zeit.

Als kleines Musikbeispiel habe ich Julia’s Lieblingslied “I believe in You” angehangen. Also Lautsprecher an aber leise, Licht dimmen und zurücklehnen! I believe in You

Written by Kito in: Oslo |
Nov
16
2008
1

altes Neuland

Sonntag, kurz vor acht. Kito sitzt schon wieder im Zug und ich überlege, wie ich das vergangene Wochenende in Worte fassen kann.

Es ist merkwürdig. Obwohl wir schon eine ganze Weile hier sind und Oslo nun wirklich scheinbar von allen Seiten kennen, lernen wir doch immer wieder neue Ecken kennen. Es ist sehr entspannend nicht mehr mit dem typischen Touri-Stechschritt durch die Stadt zu hetzen, sondern sich für alles Zeit lassen zu können. So gingen wir samstags auf Entdeckungsreise durch bisher unbekannte Straßen, schlenderten durch den St. Hanshaugen Park, besuchten die ältesten Gebäude Oslos und ließen uns im alternativen Viertel Grünerløkka vom Gewimmel anstecken. Es war ein sehr entspannender Tag. Die Ruhe vor dem Sturm, denn abends sah der Plan etwas voller aus. Eingeläutet wurde der Abend mit einem zünftigen Reker-Essen (Krabben) bei Katja, Reker sind billig und frisch im Supermarkt erhältlich. Mh, was für ein Mahl. Schnell noch ein Gin-Osaft gemixt und ab mit der Bahn zu Agi, da war “Vorspiel” angesagt. Putzig finde ich, dass die Norweger selbst auch “Vorspiel” sagen ohne dessen Zweideutigkeit wirklich zu kennen. Agis Zimmer wurde zum allgemeinen Treffpunkt für partywillige Mitpraktikanten. Als wir zu acht waren, ging es auf einen weiteren Streifzug durch die Partymeilen von Oslo immer auf der Suche nach einem netten Club mit tanzbarer Musik und billigen Getränken. Dass dies offenbar zu hohe Erwartungen sind, musste ich mir nach 4 Stunden, 5 Clubs, einer Schlägerei und etwa 100 besoffenen Norwegern auch eingestehen. Das wird hier nichts so richtig mit dem Tanzengehen. Die Clubs sind meiner Meinung nach alle gleich schlecht, dafür überteuert und proppevoll. Also ab mit dem Taxi nach crazy Kringsjå und ins Bettchen um wieder neue Kraft für Sonntag zu tanken.

Ihr kennt das vielleicht. Man kann so lange schlafen wie man will nach einer Partynacht, man verbringt den nächsten Tag trotzdem nur im Dämmerzustand. Kraftlos, träge, flau im Magen und allzeit müde. Draußen lockt die Sonne unbarmherzig, und so ließen wir uns doch noch zu einem Ausflug in die Stadt überreden. Kito wollte unbedingt ins kulturhistorische Museum. Das versprach alte Münzen, Geschichten von Polarexpiditionen und den ältesten Wikingerhelm. Die Ausstellung war wirklich sehr anschaulich, nur ließ meine Konzentration und damit auch meine Lust nach einer Stunde rapide nach. Wir haben nur eins von vier Etagen des Museums geschafft, müssen wohl nochmal hin. Zum Ausgleich haben wir einen total entspannten Ausflug zum schönsten Cafe der Stadt gemacht. Das Frognerseteren liegt auf einem Berg, man überblickt von oben die gesamte Stadt. Schon die Fahrt mit der S-Bahn ist super, sie überwindet in 20 Minuten über 400 Höhenmeter. Das Café selbst ist 110 Jahre alt, dementsprechend urig, aus Holz, an den Wänden hängen Trophäen und im Kamin fackelt ein Feuerchen. Herrlich. So kann der Sonntag zu Ende gehen.

Fühle mich wohl, entspannt und freue mich schon jetzt auf das nächste Wochenende mit Kito in big Oslo…

P.S. Schaut euch die Bilder zu diesem Wochenende unter “Beweisfotos” an! Bis bald

Written by Julius in: Allgemein,Oslo |
Nov
10
2008
5

Schon erst Bergfest

Manche Dinge geschehen unerwartet und zufällig. Ich schaue so gerade auf meine Schreibtischunterlage an meinem mittlerweile gewohnten Arbeitsplatz, da sehe ich den Kalender. Oh, ein Kalender, denke ich und suche das heutige Datum. Mh, ganz schön weit hinten im Jahr. Da zählen wir doch mal die Wochen, die ich schon in Oslo bin und kommen auf 6. Dann erkenne ich, dass es noch ebenso viele Wochen bis zum Praktikumsschluss sind und plötzlich ist klar: ich habe Bergfest. Schon? Erst? Beides irgendwie.

Habe das Gefühl, jetzt erst gerade angekommen zu sein. Ihr wisst schon, so richtig da, hier lebend, im Alltag. Ja, ich lebe in Oslo. Welch wunderbarer Satz. Ich sage ihn gerne. Ich fühle mich hier wohl, könnte ruhig noch eine Weile hier bleiben, arbeiten, die Vorzüge der Stadt entdecken und kleine norwegische Eigenheiten ergründen. Ist gar nicht so schlecht hier.

Auf der anderen Seite holt mich Mittweida langsam wieder ein, fordert mehr und mehr meine Aufmerksamkeit. Es klafft ein großes schwarzes Loch in meinem allzu gut durchorganisierten Zukunftsplan nach meiner Ankunft am 2.1.2009 in Deutschland. Ab Januar bin ich wieder in big Mittweida, Studentin, deutschsprechend, kurz vor meinem Bachelorabschluss und somit kurz vor einem neuen Lebensabschnitt, der unweigerlich nach dem Studium folgt: ARBEITEN! Herrje, darauf bin ich noch nicht geeicht. Studieren fetzt schon. Dass die drei Jahre schon wieder rum sein sollen, ist unbegreiflich.

Da muss wohl jeder durch, ich als nächstes. Aber noch ist es ja nicht soweit, ich darf vielleicht auch nicht zu sehr in der Zukunft leben. Es zählt das Hier und Jetzt. Also nochmal zurück nach Oslo. Mir ist aufgefallen, dass man, kommt man in ein fremdes Land, doch immer zu seinen Landesmännern Kontakt sucht. Automatisch, obwohl man doch eigentlich die fremde Kultur ergründen möchte, trifft man sich mit Deutschen, freut sich über deutsches Bier, hört deutsche Lieder und kann nicht so richtig seine Heimatgefühle abstreifen. Betrachtet man beispielsweise unsere bisherigen Clubbesuche wird es noch deutlicher. Ich habe es bisher verschwiegen, aber jetzt kommt es ans Tageslicht: wir waren beim Osloer Oktoberfest. Das mag dem ein oder anderen Leser ein Kopfschütteln entlocken, wir fanden es lustig zwischen lederhosenbekleideten Norwegern und 20 deutschen Biersorten zu einer Blaskapelle zu schunkeln und alle zwei Minuten ein Prosit auf die Gemütlichkeit zu gröhlen. Ein weiteres deutsches Ereignis war die Lesung von Wladimir Kaminer vor zwei Wochen. 98% des Publikums beherrschten die deutsche Sprache, so dass die Dolmetscherin bald überflüssig war. Im Anschluss an die Lesung legte Kaminer persönlich auf und es entstand das Feeling einer Original Berliner Russendisko – schweisstreibend, pogend, ruckig russische Folklore-Rock-Mucke bis in die Morgenstunden. Wir fühlten uns wie in Deutschland.

Die Frage bleibt: Warum besucht man solch deutsche Veranstaltungen, wenn man zeitgleich auch norwegische Events hätte wählen können?

Merkwürdig. Vielleicht kommt ja noch der Umschwung, ich habe mir jedenfalls vorgenommen, während meiner verbleibenden Wochen in Oslo keine deutsche Musik mehr auf den iPod zu laden, hauptsächlich norwegische TV-Sendungen zu schauen und auch mal rein norwegische Events zu besuchen. Ein kleiner Anfang. Aber immerhin.

Written by Julius in: Allgemein,Oslo |

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