Aug
12
2011
2

Unser teuerster, aber auch atemberaubendster Urlaub

Bevor das nächste große Highlight (Julias Geburtstagsgeschenk und Riesenpicknick im Park), schreibe ich mal schnell einen Reisebericht von unserem Lofoten- und Vesterålenurlaub. Und ich nehme es mal vornweg, es war der teuerste Urlaub, denn wir, bis jetzt, zusammen verbracht haben. Das wussten wir natürlich schon vorher und diese Reise konnten wir uns als Studenten auch nie vorher leisten. Aber es hat sich mehr als gelohnt. Die Landschaft da oben ist atemberaubend und faszinierend. Da es leider keine Flüge mehr direkt nach Harstadt auf die Lofoten gab, flogen wir bis nach Tromsø hoch und liehen uns dort einen Mietwagen, der für die nächsten 2 Wochen unser treuer Gefährte war. Obwohl, einmal half der norwegische ADAC, was aber eher meiner Unkenntnis zu Ecoautos zu zuschreiben ist.

Die ganze Zeit schliefen wir in einem 15 Jahre alten Zelt und dessen Altersschwäche zeigte sich vor allem in den stürmischen und regnerischen Nächten. Es kam schon mal vor, dass Julia in einer Pfütze erwachte. 2 Nächte suchten wir uns deshalb ein festes Dach über den Kopf, einmal als der Regen so stark war und die Sachen noch vom vorhergehenden Tag nass waren und das zweite Mal, um Alex zuliebe, in einer Berghütte des norwegischen Touristenvereins. Natürlich klingt das jetzt gar nicht so nach guten Wetter, aber ich sag euch, es war verhältnismäßig spitze. Julia meinte zwar, 3 Grad wärmer hätten nicht geschadet, aber dann hätte ich ja jeden Tag in kurzen Hosen rumrennen müssen.

Tromsø begrüßte uns mit strahlend blauen Himmel und 28 Grad. Rekord, für die nächsten 2 Wochen und bestimmt auch für den ganzen Sommer. Da macht es natürlich Spass, durch so eine schöne Stadt zu schlendern und Kaffee und Kuchen in der Sonne zu geniessen. Wir nutzen auch das schöne Wetter, um die ersten Kilometer Richtung Narvik zu fahren und uns einen schönen Zeltplatz zu suchen. Das erste Bad im Meer ließ auch nicht lange auf sich warten. Frühs dann auch die erste Sensation, Schweinswale begrüßen uns zu unserem Frühstück. Immer wieder tauchen die delfinähnlichen Wale an der Oberfläche auf und schniefen Wasser durch ihr Atemloch.

Mit der Fähre ging es dann von Narvik rüber auf die Lofoten und wir gingen, wie so oft, an einen der zahlreichen weißen Sandstrände spazieren und finden hier auch die ersten sagenhaften Moltebeeren. Leider noch nicht ganz reif, freuten wir uns schon auf die Zeit in einer Woche, wenn sie dann reif und schmackhaft auf unseren Plinsen landen. Am Ende konnten wir uns vor Moltebeeren auch gar nicht mehr retten.

Ach ja, noch eine Info hinzu. Da wir oberhalb des Polarkreises waren, ging für uns die Sonne 24 Stunden nicht unter. Manche Fotos stammen von kurz vor Mitternacht und das Licht zu dieser Zeit ist phänomenal – da schlägt das Herz des Fotografen sofort höher. In Solvær, der selbst ernannten Hauptstadt der Lofoten, dessen Anspruch wir nicht teilen konnten, trafen wir einen einheimischen Kletterer, der uns mit Informationen für die nächsten Tage versorgte und uns noch 2 Geheimtipps zum wildzelten gab. Der erste Zeltplatz war eine Art Basecamp für einige Kletterer, denn die Lofoten sind, aufgrund ihrer steilen Felsflanken, begehrte Kletterziele. Wir selber bouldern dort etwas rum und geniessen eine Aussicht auf zwei sich treffende Hurtigruten mit tollen Huppkonzert. Für mich war es ein Moment absoluter Glückseligkeit oder, wie Julia später schreibt, ein Moment zum Sterben.

Schönere Städte, oder Dörfer, sind auf jeden Fall Kabelvåg, Henningsvær, Å und Reine. In Kabelvåg schauen wir uns die Seehund- und Riesenotterfütterung im Aquarium an, sehr sehenswert und zu empfehlen. Danach gings weiter Richtung Henningsvær, eine kleine Stadt, die auf mehrere Inseln verteilt liegt und nur über mehrere einspurigen Brücken zu erreichen ist. Bei einer einheimischen, korpulenten Fischersfrau kauften wir uns frische Reker, die wir sofort am Hafen verspeisten, und 2 frische Walsteaks, die vom Geschmack sehr stark an frische Leber erinnert.

Der nächste Tag ist sehr verregnet und somit ideal für Museumbesuche. In Borg, bekannt vom “billigen” Bier aus Norwegen, besuchen wir das Wikingermuseum. Vor etwa 20 Jahren fand man hier Überreste eines Langhauses und baute dieses wieder vollständig auf. Im Museum selber konnte man alles ausprobieren, kosten und anfassen. Wir probierten uns im Axtwerfen und Bogenschießen. Wir fuhren weiter nach Ballstad und angelten uns einen kleinen Dorsch, den wir uns über offenen Feuer als kleine Vorspeise zum Abendbrot braten.

Natürlich haben wir auch das Nationalgericht der Lofoter, Bacalao, probiert. Dazu wird Dorsch im Winter gefangen und an der frischen Luft getrocknet, bis der Fisch hart wie Holz ist. In einer Art Soljanka wird das Fischfleisch wieder weich und genießbar. Die Suppe war echt lecker.

Wandern waren wir ebenfalls einige Male. So zum Beispiel auf den Reinebriggen. 450 Höhenmeter auf 2 Kilometern mit bis zu 70% Steigung. Und zu unserem Glück reist der Himmel auf als wir oben sind und es ergibt sich ein wunderschöner Blick auf Reine, wie aus dem Flugzeug, grandios. (Das Wetter ist auf den Lofoten auch eine Phänomen für sich. Es kann stürmen und regnen und eine Stunde später strahlt die Sonne wieder, Wetterberichte sind deshalb nicht vertrauenswürdig.) Als wir wieder unten sind ist keine einzige Wolke mehr am Himmel zu sehen. Wir leihen uns ein Zweierkajak und paddeln genüsslich durch den (das?) Fjord nach Veidstad, denn hinter diesem Dorf, welches nur per Boot erreicht werden kann, liegt einer der schönsten Strände Norwegens. Dort schlagen wir auch unser Lager auf und genießen mit Mitternachtssonne das warme Wetter und schlendern durch die Bucht. Am nächsten morgen ging es dann per Kajak wieder zurück, der Wind hat bisschen zugenommen und wir haben doch ganz schön zu kämpfen. Und weil wir schon mal am Meer sind, sind wir wagemutig und paddeln mit dem Kajak ein Stück aufs offene Meer. Und das macht richtig Spass, die Wellen heben das gesamte Boot 1m bis 2m und lassen es wieder sanft sinken.

Das waren unsere Tage auf den Lofoten und mit einer Fähre ging es nun auf die Vesterålen, eine Inselkette etwas nördlicher und nicht mehr so atemberaubend wie die Lofoten, denn hier ist Platz und es kann Landwirtschaft betrieben werden, wo hingegen die Lofoten nicht mal Platz für Häuser haben und diese dann direkt auf Pfählen ins Meer gebaut werden müssen. Man sagte uns auch, dass die Lofoten von Touristen nur so überlaufen wären. Klar sind viele Touristen dort und auch sehr viele Wohnmobile unterwegs, aber nie so, als dass man sich unwohl fühlen muss.

In Stokmarknes auf den Vesterålen liegt die Geburtsstätte der Hurtigruten. Hier gibt es ein wunderschönes Hurtigruten-Museum mit einer echten Hurtigrute, die an Land gehievt wurde und auf eigene Faust erkundet werden kann. Aufpassen, man kann sich leicht verlaufen. Am nördlichsten Ende der Inselkette gibt es neben einer Raketenabschussanlage der NASA! ein kleines Fischerdorf Nysksund. Dieses Dorf wurde schon vor einigen Jahrzehnten von den Fischern verlassen, doch ein paar deutsche Hippies versuchen dort ihr eigenes Utopia aufzubauen.

Nun hab ich doch am Ende den Text schnell runter erzählt, aber schaut euch einfach die Fotos an, denn diese sagen bekanntlich mehr als Worte. Es bleibt festzuhalten, der Urlaub war einer der schönsten, den wir jemals verbracht haben. Die Landschaft ist mehr als atemberaubend und man kann sogar eine ganze Woche nur in Reine verbringen, da man hier soviel unternehmen kann. Fast zu schade, um einfach weiterzureisen oder wie die vielen Wohnmobile, die ja eigentlich unterwegs zum Nordkapp sind, nur schnell durchzufahren. Aber so ist es ja meistens mit dem ersten Besuch, so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln und beim zweiten Besuch weiß man dann, wo man hin muss. Und wir kommen wieder, keine Frage!

Written by Kito in: Allgemein,Urlaub |
Apr
10
2011
16

Der kleine Tapir und das Riesenzelt

Was für ein Trubel. Überall beschäftigte Leute, die hastig die Wintersachen aus dem tapir-store ins Lager räumen um Platz zu machen für die neue Saisonware und damit auch für Campingsachen. “Mh, Camping. Sollte ich auch mal ausprobieren”, dachte sich der kleine Tapir. Was braucht man denn dafür? Eigentlich nicht viel. Ein Zelt, einen Rucksack mit leckeren Snacks und eine Wanderkarte.
Aber wo sollte der kleine Tapir denn zelten? Bisher kannte er nur sein zuhause, den tapir-store. Einmal sind sie umgezogen, von der Südvorstadt in das jetzige zuhause, was schon mächtig aufregend war. Der Umzug hat sich aber letztendlich vollkommen gelohnt. Schließlich gibt es jetzt sogar eine Wiese im Laden, wo Zelte stehen. Hier konnte der kleine Tapir schon alle Zelte ausprobieren. Am besten hat ihm das Hubba Hubba Zelt gefallen, schon allein wegen des lustigen Namens. Kurzerhand beschloss der kleine Tapir dieses Zelt mit auf seine Reise zu nehmen.

Nun aber los. Hier merkt eh keiner, dass ich weg möchte. Alle sind so sehr im Stress, dachte er sich und stapfte los.
So verließ unser kleiner Tapir das Geschäft mit all seinem Camping-Gepäck und machte sich auf die Suche nach einen geeigneten Platz zum Campen. Doch alles was er fand waren große Straßen mit lauten Autos. Er begegnete vielen Menschen, die merkwürdigerweise Outdoor-Sachen mitten in der Stadt trugen. Weil der kleine Tapir daraus schlussfolgerte, dass Leute mit Outdoor-Sachen auch zelten gehen würden, fragte er schließlich diese Zweibeiner, wo denn der nächste Zeltplatz sei. Die meisten antworteten, dass sie es nicht wüssten, weil sie selber noch nie zelten waren. Merkwürdig. Verdutzt bahnte sich der kleine Tapir allein seinen Weg durch die Stadt ohne weitere Passanten anzusprechen.
Nach einer Weile gelangte er in einen wunderschönen Park mit Bäumen und einer großen Wiese, auf der Menschen Drachen steigen ließen. In der Ferne liefen sogar Giraffen umher. Hier ist ein guter Platz zum Zelten, dachte sich der kleine Tapir und fing an seinen Rucksack auszuräumen als ihn plötzlich jemand von hinten auf den Rücken tippte. Gegen die Sonne blinzelte der kleine Tapir in das freundliche Gesicht eines kleinen, weißbärtigen Mannes. Der Mann stellte sich höflich vor. Jörg war sein Name. Jörg meinte, dies sei kein so geeigneter Platz zum Zelten für einen kleinen Tapir. Er wisse jedoch einen besseren Platz. Skeptisch beäugte der kleine Tapir den fremden Mann namens Jörg. Irgendwoher kannte der kleine Tapir den Mann. Aber woher? Er grübelte und grübelte. Plötzlich fiel es ihm ein. Natürlich! Auf dem Aufnäher von Jörgs Jacke stand “Zoo Leipzig” und darunter “Dr. J. Junhold”. Jörg war der Zoo-Direktor. Der kleine Tapir hatte sein Bild schon oft in der Zeitung gesehen. Ja, Jörg wusste bestimmt, wo Tapire gut zelten können. Voller Mut und Zuversicht fragte der kleine Tapir: “Was ist das denn für ein Platz, den du mir zeigen möchtest?”
“Oh, ich verspreche dir, es ist ein perfekter Platz für Tapire. Ich weiß das, schließlich haben wir es extra für unsere neuen Tapire gebaut, die bald ankommen werden. Stell dir vor, es ist ein riesengroßes Zelt. Und es hat sogar einen Namen. Das Zelt heißt “Gondwanaland”. Wenn du magst, darfst du dort gern probezelten!” sagte Jörg. Der kleine Tapir fand die Idee großartig.

Gemeinsam gingen sie in den Zoo, vorbei an neugierigen Tieren und staundenden Besuchern. Jörg zeigte dem kleinen Tapir stolz das Zelt namens Gondwanaland. Es war wirklich herrlich gemütlich und genau nach dem Geschmack vom kleinen Tapir. Unter einem großen Baum machte es sich der kleine Tapir schließlich bequem und schlief innerhalb kurzer Zeit todmüde aber lächelnd ein.

So kam es, dass unser kleiner Tapir als Erster im Gondwanaland “zelten” durfte und stolz allen Tapir-Leuten zuhause davon berichtete.

Das war unser Beitrag zum Gewinnspiel auf “der tapir geht zelten“.

Written by Julius in: Allgemein |
Feb
01
2011
4

Neues Jahr, schon viel erlebt und noch viel vor!

Der erste Monat des neuen Jahres ist schon wieder um. Wie ihr ja noch unter Beweisfotos 2010 sehen könnt, waren wir über Silvester mit ein paar Freunden in Westendorf zum Skifahren. Alles hat gepasst, super Wetter, gute Bedingungen und der Zeitraum war perfekt; eine Woche später und der ganze Schnee wäre weggewesen. Da dieses Jahr schneetechnisch noch nicht so viel in den Alpen ging, haben wir uns es nicht nehmen lassen und sind in den hohen Norden zum Skifahren geflogen. Diesmal war unser Ziel der Wintersportort Geilo in Norwegen. Geilo ist eine kleine, schöne Stadt direkt zwischen Bergen und Oslo. Neben Skifahren ist die Stadt vor allem durch ihre Schmiedekunst bekannt. Die zwei bekannten Firmen Brusletto und Øye haben ihren Sitz hier. Wir haben uns den Fabrikverkauf nicht nehmen lassen und haben für Julius eine heiß ersehnte Axt zum Holzhacken auf unseren Touren erstanden. Mal sehen, wann es erste Lagerfeuerfotos gibt.

Die Tage haben wir uns wunderschön eingeteilt, Skilanglauf und Skiabfahrt. Julius wird auch immer mehr zum Skilanglauffreund. Touren von 16 Kilometer Länge sind kein Problem mehr für sie und auch “gefährliche” Abfahrten meistert sie mit Bravour, wo Kito noch die Schneedecke küsst. Auch haben wir mal eine kleine Proberunde mit einer echten Pulka hingelegt. Nicht fragen, was eine Pulka ist, ihr werdet es euch schon denken können, was und wie man damit transportieren kann. Wir hatten natürlich erstmal nur Holz und Nahrung zum Transport vorgesehen.

Das Skialpingebiet von Geilo ist sehr übersichtlich, aber trotzdem sehr angenehm und schwarze Pisten gibt es auch. Wir waren genau zur Nebensaison da und damit gab es kein Gedrängel und Anstehen an den Sesselliften. Innerhalb der Woche war es fast schon gespenstisch, da wir fast immer allein auf der Piste waren. Und nachmittags um drei hat man immer noch frisch präparierte Pisten mit den Rillen der Pistenbully gefunden, die in den Alpen schon um 10 verfahren sind. In den Alpen, in Westendorf, war ich noch der einzige Telemarker. Hier sah es schon anders aus, wirklich jeder zweite war im Telemarkstil unterwegs. Und nicht nur Männer, auch Frauen konnte man mit dieser Technik bewundern. Selbst der norwegische Kronprinz Haakon fährt Telemark. Leider haben wir ihn aber nicht getroffen :-(

Soweit mein Teil, jetzt übernimmt Julius:

Tja ja. Norwegen. Sicher für viele nicht die Nummer 1, wenn es um Skiurlaub geht. Für uns war es das perfekte Ziel. Eine schöne Holzhütte, einsam gelegen, mit viel Schnee, leeren Pisten, ordentlich knackigen Temperaturen und viel Abenteuer. Es war ein außergewöhnlicher Skiurlaub, wie ich ihn in den Alpen nicht erleben würde. Diese völlige Ruhe und natürlich das wohlige Gefühl im geliebten Norwegen zu sein, das stellt sich nur hier ein. Und wieder einmal fahren wir mit traurigen Gesichtern zurück gen Heimat, wissend, dass die Sehnsucht nach diesem Land längst nicht gestillt ist. Der Traum, noch einmal längere Zeit nach Norwegen zu gehen, bleibt.

Naja, nun erst einmal zu den nahen Zielen. Wir sind beide gut im Job und in LE angekommen. Achso, ihr müsst jetzt den Kito mit “Herr Diplom-Ingenieur” ansprechen. Da besteht er drauf. Er hat sich schon aufgeregt, dass das Namensschild an der Wohnungstür seinen Titel nicht berücksichtigt. Tststs ;-)

Also Ziele für dieses Jahr: gar nicht so kompliziert. Ein schickes Leben in LE einrichten, die Jobs weiter gut meistern und viele Abenteuer bestehen. Wir werden berichten. Versprochen.

Genug der Worte. Schaut euch die Bilder an und werdet neidisch!!!

Guts Nächtle
Julius

Written by Kito in: Allgemein,Urlaub |
Okt
26
2010
2

Ausgerissen!

Kurz angekündigt und von Kito versprochen, folgt hier ein Bericht zu unserem vergangenen Wochenende. Zack, zwei Tage Urlaub genommen, ruckzuck Flug gebucht und schon gings in ein schönes, langes Wochenende. Wohin? Wir antworten synchron: natürlich nach Norwegen!

Anlass, oder zumindest vorgetäuschtes Alibi für einen weiteren Abstecher nach Norge, war Alex. Der absolviert gerade ein kurzes Praktikum in Bergen und konnte uns so fast kostenfrei in seinem Appartment unterbringen. Fast bedeutet, dass wir für die drei Übernachtungen in Naturalien, also in Wein und Wodka, zahlten. Nicht ganz uneigennützig, muss ich zugeben.

Zum Wochenende fallen mir jetzt im Nachhinein nur Stichpunkte ein wie “typisch norwegisches Essen”, “endlich Schnee”, “lange Gespräche” und “Frischlufttanken”.

Tatsächlich haben wir uns von dem Wochenende keineswegs Stadtrundgang und Shopping-Streifzüge erhofft. Vielmehr wünschten wir uns, ganz viel draußen zu sein, wandern zu gehen und durchzuatmen. Und so planten wir für Samstag und Sonntag eine kleine Hüttentour. Das ist in Norwegen ganzjährig möglich, die DNT-Hütten sind gut im Internet ausgeschrieben. Alles eigentlich kein Problem. Wenn man sich nicht gerade, wie in unserem Fall, eine Hütte mit “Sommerroute” aussucht. Mh. “Das schaffen wir schon!”, “So viel Schnee wird das doch nicht sein”, “Wir fahren erst einmal los”. Nach einer einstündigen Busfahrt und 400m höher über den Meeresspiegel mussten wir dann relativ schnell einsehen, dass es doch mehr Schnee als erwartet war. Gut gelaunt stiefelten wir los, immer in der Spur eines Traktors, drei Norwegenfans im Neuschnee, die schweigend wanderten. Als dann doch noch ein alt eingesessener Norweger uns wirklich eindringlich davon abriet, die Hüttentour fortzusetzen, waren wir geschlagen. Es ging wirklich nicht! Aber egal. Allein die kurze Wanderung war wunderbar, voll bepackt im feinsten Neuschnee bei strahlender Sonne.

Zurück in Alex Unterkunft gab es zur Entschädigung Reker (Krabben) satt. Mhhh. Lecker.

Auch Sonntag zeigte sich Bergen eher von seiner unüblichen Seite und lockte mit blauem Himmel und heller Sonne nach draußen. Also raus! Kurzer Abstecher nach Gamlehaugen, Bergens Königsresidenz um anschließend durch die Altstadt zu schlendern und mit der Fløybahn auf den Berg kutschiert zu werden.

Oben, etwas abseits von den quirligen Tourimassen, richteten wir uns auf einer einsamen Bank unser nachmittagliches Picknick ein – mit Chicken Wings, Tee, Kaffee und Sonnenschein vergingen die Stunden.

Ja, so wird mir unser Bergen-Ausflug in Erinnerung bleiben. Wunderbar. Wie eine andere Welt. Entspannend. Und mit dem Fazit, dass sich so ein kleiner Ausreisser aus dem Alltag unbedingt lohnt!

Das lange Wochenende endete mit einem halben (Mon-)tag in Berlin, denn nach Ankunft aus Bergen blieb uns noch ein Nachmittag, um die deutsche Hauptstadt zu erkunden. Bootfahren, Kaffeetrinken, Rumschlendern und dann ab nach Hause.

Ich habe auch ein paar nette Bilder geschossen, die gibt es wie immer unter Beweisbilder.

Viel Spaß beim Durchblättern!

Euer Julius

Written by Julius in: Allgemein,Urlaub |
Aug
16
2010
2

Zurück aus dem Urlaub …

… und heute gleich wieder der erste Arbeitstag. Die Extreme ist kaum zu übertreffen; erst tiefste Natur und nächtigen in der Blockhütte, nun wieder vor dem Rechner sitzen. Das Leben kann so gemein sein.

Dieses Jahr müssen wir auch bisschen mit unseren Urlaubstagen sparen, denn die ungünstigste aller Kalender-Konstellationen hat dieses Jahr Deutschland erwischt und beschert uns alle Feiertage zum Wochenende. Letzte Woche waren wir nun in der Ferienregion Berchtesgadener Land. Zuerst haben wir 3 Tagestouren von unserer Pension aus gestartet und nachdem wir fit im Bereich Bergwandern waren sind wir noch mal 3 Touren von Hütte zu Hütte gelaufen. Es war wirklich ein schöner Urlaub. Das Wetter hat einigermassen mitgespielt, zuerst gab es Sonnenbrand, am Ende Regen, doch das stört einen echten Wandersmann und -frau nicht. Auf der Rückfahrt haben wir uns noch Salzburg und Burghausen angeschaut. Doch, wie immer, sagen Bilder mehr als 1000 Worte. Also seht selbst!

Written by Kito in: Allgemein,Urlaub |
Jun
08
2010
0

Endlich Sommer – Endlich Draußen sein!

Ups, schon wieder eine ganze Weile her seit dem letzten Eintrag. Aber ehrlich: seitdem ich eh mindestens 8 Stunden täglich beruflich im Web unterwegs bin und für meinen Job blogge, twittere und surfe, sinkt die Lust, auch privat eben diese Tätigkeiten auszuüben. Viel viel viel Lieber bin ich bei diesem wunderbaren Wetter draußen unterwegs. Und so waren unsere vergangenen Wochenenden von Outdooraktivitäten geprägt.

Mitte Mai ging es zusammen mit Viv, Alex und Frasier nach Oslo. Wieder einmal stand Fähnchenschwenken, Nationalhymnesingen und Eisessen zum Nationalfeiertag Norwegens auf unserem Programm. Einfach wunderbar! Krabbenessen, Bootfahren, die Stadt entdecken. Wir suchten uns bisher unbekannte Stadtviertel auf, ließen uns treiben und genossen die Zeit in Norwegen. Ja, eine lustige Zeit, nicht zuletzt aufgrund unseres Überraschungsbesuchs, der uns Lachtränen in die Augen zauberte.

Aber seht selbst: Bilder unter “Beweisfotos“.

Dort seht ihr auch Fotos von unserm nächsten Wochenende – Paddeltour in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gruppenstärke an diesem Wochenende: 15 Mann. Trotzdem liefen die drei Paddeltage sehr chillig ab. Tagsüber paddeln, abends schön Zelte aufbauen, am Lagerfeuer sitzen und Gitarrenmusik lauschen. Schick.

Eine ähnlich große Gruppe, 12 Mann, machte es sich ein Wochenende später zur Aufgabe, die Boofen in der Sächsischen Schweiz zu erkunden. Ein intensives Naturerlebnis. Noch nie habe ich in der Sächsischen Schweiz gebooft. Achso, für alle Stadtkinder: boofen bedeutet “Schlafen unter freiem Himmel”. Heißt: man sucht sich einen Felsvorsprung, breitet seine Isomatte aus und schläft unterm Sternenhimmel ein. Es ist erstaunlich, wie weit weg man sich von jeglicher Zivilisation fühlt. Dabei ist es nur eine halbe Autostunde von Dresden  entfernt. So verlebten wir ein sehr ruhiges, ausgeglichenes Wanderwochenende mit netten Leuten und einprägsamen Momenten.

So, naja, ähm, war ja gar nicht so schwer  ;-) Vielleicht sollte ich mir doch des Öfteren wieder vornehmen, einen kurzen Lagebericht zu verfassen.

Schaut euch die Beweisfotos an!

Nächstes Mal meldet sich vielleicht wieder Kito – wahlweise mit einem Bericht aus Rom oder von seiner Diplomarbeit.

Euer Julius

Written by Julius in: Allgemein,Oslo,Urlaub |
Mrz
15
2010
0

Wohnungssuche

Unser Hintergrundbild passt immer noch zur aktuellen Wettersituation hier in Mittweida bzw. Leipzig und dass, obwohl in fünf Tagen Frühlingsanfang sein soll. Aber bis dahin schneit es wunderschön weiter.

Mit unserer Wohnungssuche in Leipzig sind wir leider auch noch nicht weiter voran geschritten. Meist gibt es immer einen kleinen Makel, sei es eine alte Dame, die bis zu ihrem Tode in der gesamten Wohnung geraucht hat oder die lauteste Straße Leipzigs, die direkt am Schlafzimmer vorbeiführt. Ihr seht, so einfach ist das nicht und unsere Ansprüche sind ziemlich hoch. Aber falls jemand jemanden kennt, der aus seiner Traumwohnung ausziehen möchte, zögert nicht und teilt es uns mit. Hier noch mal unsere Wunschliste: zentrumsnah (sei es Südvorstadt, Plagwitz oder Gohlis-Süd), mindestens 75 Quadratmeter, maximale Warmmiete 670,- Euro, vielleicht nicht grad Erdgeschoss oder Hochparterre und als guter Letzt der Balkon in Richtung Süd-West.

Ansonsten geht heut Abend meine Reise in Richtung Südamerika los. Aber auch diesmal werde ich es nicht schaffen, auf die andere Seite des Äquators zu gelangen. Obwohl es diesmal die kürzeste Entfernung sein wird. Ziel der Reise ist Medellin in Kolumbien. Grund der Reise die South American Games. Ein kleiner Einsatz für SwissTiming und diesmal den Sponsor Tissot um den Arm wird es sein. Medellin, auch bekannt als die gefährlichste Stadt der Welt, also drückt mir mal die Daumen, dass ich zurück komme ;-) Ich begebe mich nun mal auf die 21-stündige Hinreise bevor ich am 24. März nach 25-stündiger Rückreise wieder hier sein werde. Man diese Reisezeiten; wann erfindet endlich jemand den Teleporter? (Vielleicht ein Diplomthema!?!)

Written by Kito in: Allgemein,Leipzig |
Feb
09
2010
2

MILOW – für MIch ein bisschen LOW

Kehre grad heim von einem weiteren Haus-Auensee-Konzert. Dieses Mal on Stage: Milow. Ja richtig, man kennt die Band kaum. Einzig der Radio-Ohrwurm “Ayo” ist dem ein oder anderen ein Begriff. Leute, die mich kennen, können wahrscheinlich kaum glauben, dass ich bei Milow war. Aber als Kollegin Jasmin mich vor einigen Wochen zum Konzert einlud, konnte ich einfach nicht absagen. Viel zu sehr mag ich solche Abendprogramme. Also mal ehrlich: man sollte viel viel öfter zu kulturellen Veranstaltungen wie Konzerten, Theateraufführungen oder Kunstausstellungen pilgern, statt das stupide TV-Programm zu erdulden. Und ja, man sollte vor allem zu bisher unbekannten Künstlern gehen, Horizont erweitern und so.

Nun aber zum Konzert. Auch ich kannte vor dem Konzert genau ein Lied der Band, besagter Song “Ayo” hat es in den vergangenen Wochen in die A-Schleife der Pop-Radiosender geschafft und war daher kaum mehr wegzudenken. Ich war also denklich schlecht auf das Konzert vorbereitet. Ganz im Gegensatz zu meinen Mitmenschen, die fleißig mitsangen – im falschen Englisch – mit sächsischem Dialekt. Wunderbar. Typischer Milow-Konzertgänger: Pärchen. Pärchen, Pärchen überall. Pärchen, die abwechselnd knutschen oder genau vor mir ihr Handy mit ausgestreckten Armen gen Bühne halten und Aufnahmen machen. Nicht nur Fotos (natürlich immer mit Blitz), nein auch Videos wurden zahlreich aufgenommen. Da frage ich mich: mit welchem Sinn? Was bringt ein Video, mit mieser Ton- und Bildqualität, verwackelt, aufgenommen auf einem mittelmäßigem Handy aus der zehnten Reihe? Ich verstehe es nicht. Und ich bin auch der Meinung, dass nicht jeder überall mit billigen Handys Fotos machen darf. Schade um den Speicherplatz auf dieser Welt. Leute, genießt doch lieber das Konzert, schaut nach vorn, lasst euch fallen und lebt ganz oldschool ein paar Stunden offline!

Nicht aufregen. Ähm, na gut, dann sag ich was zur Band. Die Band an sich scheint schon ewig Musik zu spielen. Ein gut eingestimmtes Team, dem man gern abnimmt, dass sie sich auf der Bühne wohl fühlen. Leicht weichgespülte, melancholische, radiotaugliche Popsongs kamen von der Bühne. Ja doch, es war ein schönes Konzert zum Montagabend. Ein bisschen, ohne es böse zu meinen, erinnerte mich das Konzert an alte Cottbuser-Stadtfest Zeiten. Da hätte Milow auch gut hingepasst. Der Sänger, dem wohl die meisten Kreischer der pubertierenden Mädchen galten, war deutlich zu alt, um als Teenie-Schwarm durchzugehen. Aber wen kümmerts. Sicher hat er auch den Müttern unter den Fans ganz gut gefallen. Nur ich saß irgendwie zwischen den Stühlen und fühlte mich irgendwie ein bisschen zu alt und ein bisschen zu jung, um irgendwo dazu zu gehören.

Naja, gut, war ja auch schwer, nach so einem umwerfenden Konzert von AIR wieder ein ähnlich gutes Konzert zu erleben. Aber ich gebe nicht auf, nehme mir vor, dieses Jahr exorbitant viele Konzerte zu besuchen und statt dessen die Glotze mit Ignoranz zu strafen. Schließlich weiß ich, dass ich viel wertvollere Erinnerungen aus solchen Konzertabenden nehme als es je ein TV-Abend könnte…

Euer Julius

Written by Julius in: Allgemein,Leipzig |
Jan
27
2010
0

Love is in the AIR

bild-1

Ich komme gerade vom AIR-Konzert und muss euch dran teilhaben lassen. Das Elektro-Duo gab heute sein erstes Konzert in Leipzig. Das altehrwürdige Haus Auensee bot genau die richtige Atmosphäre. Es war traumhaft. Ein Konzert, das auch gut ein Sitzkonzert hätte sein können. Trotz meines genialen Standpunktes in der fünften Reihe, ging es ruhig zu. Die Zuhörer, und da bildete ich keine Ausnahme, gingen sparsam mit ihren Bewegungen um. Ich wiegte mich im Takt, mal wippte der linke Fuß, zeitweise nickte auch mein Kopf synchron zu den Tönen. Nur die absoluten Kracher wie “Sexy Boy” oder “Kelly watch the stars” vermochten es, auch meinen rechten Fuß wippen zu lassen. Ich war selig und hatte das Bedürfnis, die Augen zu schließen und einfach nach hinten umzufallen. Völlig entspannt grinsend hatte ich einen Bewegungsradius eines Bierdeckels.

Schon ein merkwürdiges Konzert. Eine grandiose Lichtshow. Ein klarer, satter, nie zu lauter Sound und dazu ein fast apathisches, abwesend wirkendes Duo auf der Bühne. Die beiden Herren, an denen die langen Jahre ihrer Musiker-Karriere auch nicht spurlos vorbei gegangen sind, zeigten kaum Emotionen. Mit dem Rücken zueinander agierten sie an ihren Instrumenten, Gitarre rechts am Bühnenrand, Keyboard links am Bühnenrand. Sie erledigten professionell und stumm ihren Job. Nach jedem dritten Lied hauchte einer von beiden ein schüchternes “Dankeschön” ins Mikro. Das machte sie schon wieder sympathisch. Ich werfe ihnen keine französische Arroganz vor, sondern bin froh über dieses eigenartig schöne Konzert, das so anders verlief wie üblich. Jeder Ton saß perfekt. Die homogene Masse an AIR-Fans tanzten sich gemeinsam in Trance.

AIR auf der Bühne

Keine geballten Fäuste, kein pogendes Publikum, keine mitreißende Ansprache des Bandleaders an seine Zuhörer. Nein, nicht einmal politische oder wenigstens philosophische Texte. Keine Revolution und Aufrufe zum Weltverbessern. Denn heute Abend im Haus Auensee war die Welt gut, so wie sie ist.

Written by Julius in: Allgemein,Leipzig |
Dez
31
2009
4

Auf ein Neues!

Die letzten Tage in diesem Jahr verbrachten wir ziemlich ruhig. Nach den Weihnachtsfeiertagen, die wie gewöhnlich geprägt waren von teils stressigen Familienbesuchen und kontinuierlichem Essen, tat es uns beiden gut, einfach nur im winterlichen Erzgebirge umherzuwandern. Wie herrlich, auf dem Pfaffenstein sitzen, glühende Wangen, Tee aus der Thermoskanne genießen und ein paar leichte Schneeflocken spüren.

Wenn man so zur Ruhe kommt, denkt man über das vergangene und kommende Jahr nach. Viel hat sich verändert in 2009. Ich habe mein Studium in Mittweida abgeschlossen, den Berufseinstieg und den damit verbundenen Umzug nach Leipzig gewagt. Kito hat seinen Traum vom Spitsbergen-Trip erfüllt und nun auch sein letztes Studienjahr angebrochen.
Es bleibt also auch 2010 wieder spannend. Nun ist Kito dran, er muss nachlegen, ebenfalls sein Studium beenden, seinen letzten freien Sommer mit seiner Abschlussarbeit verbringen und einen Job finden.
Eins ist über alle dem sicher: wir schaffen das zusammen.

bild-1

Heute ist Silvester. Also auch allerhöchste Zeit, sich ein paar gescheite Vorsätze fürs kommende Jahr auszudenken. Aber darin bin ich nicht gut. Ich nehme mir nicht viel vor. Mein einzig ernst zu nehmender Vorsatz für 2010 bleibt weiterhin “Nächstes Silvester will ich wieder zusammen mit Kito feiern”!

An all unsere lieben Leser gehen die Wünsche für ein erfolgreiches, gesundes, Glück bringendes, aufregendes Jahr 2010, in dem wir uns hoffentlich alle oft sehen werden, sei es auf Kochabenden, Bootstouren, Fjordangeln, Gassirunden oder Kletterrouten…

Euer Julius
P.S. unter Beweisbilder gibts noch ein paar (halb)winterliche Impressionen

Written by Julius in: Allgemein |

Powered by WordPress | Aeros Theme | TheBuckmaker.com WordPress Themes